Life Update: Rückblick.

Posted: Februar 11, 2020 by Dorie

Mein letzter von Herzen geschriebener Artikel liegt bereits einige Zeit zurück. Und während ich hier zwischen Palmen mit Blick aufs Meer sitze und die warme Briese meine Haut streichelt, merke ich, wie sehr ich es verlernt habe. Und wie sehr ich es vermisse. Meine Vlogs stecken aus selbstauferlegtem Zeitmangel immer noch in der Pipeline und eine löchrige Internetverbindung hat mich auch einige Lücken in meinen Instagram-Stories gekostet. Was ist also die letzten Wochen und Monaten passiert seitdem ich Kolumbien hinter mir gelassen habe? Hier ein kleines Life Update meiner bisherigen Reiseerlebnisse.

Bisherige Rückblicke

Das YouTube-Video gibt es hier nochmal zum Anschauen

Meine Erfahrungen in Kuba gibt es anschaulich beschrieben in meinem Kuba Reisebericht.

Mexiko

Gerade lag ich in Kolumbien noch in der Hängematte, schon saß ich wieder im Flieger Richtung Norden. Aus einer Laune heraus googelte ich den Dia de los Muertos in Mexiko. Der Tag der Toten, noch berühmter durch den Pixar Film Coco (absolute Empfehlung übrigens). Schon lange vor dem Film wollte ich einmal diesen Tag miterleben. Kein Wunder also, dass ich in den nächsten Flieger sprang als ich las, dass er bereits nächste Woche sein wird. Was für ein glücklicher Zufall, dass ich mich gerade auf dem richtigen Kontinent befand (das hat die Flugpreise jedoch nicht so interessierte).

Schon den ganzen Tag über begegneten uns große und kleine Mädchen, die als La Catrina geschminkt durch die Straßen liefen. Überall sah man die Vorbereitungen für die große Nacht im Gange. Und auch ich legte mir eine Blumenkrone zu, um ein wenig ins Stadtbild zu passen.

Den Abend verbrachten wir auf einer Art Volksfest. Es wurde ausführlich getanzt und gefeiert, gegessen und musiziert. Einen Tag, der den Toten gewidmet ist, habe ich mir anders vorgestellt. Umso mehr freute ich mich über die ausgelassene Stimmung.

Hinter den nahe gelegenen Friedhofsmauern konnte man die reich geschmückten Gräber mit ihren vielen bunten Lichtern und den berühmten orangenen Studenten-Blumen sehen. Menschen liefen gemütlich die Wege entlang und Familien sammelten sich an den Gräbern ihrer Geliebten. Die Bilder, Blumen und Kerzen versprühten eine mystische, aber warme Atmosphäre und ich beschloss, dass es nicht mein letztes Mal sein wird, an dem ich den Dia de los Muertos in Mexiko erleben will.

Und plötzlich klingelte mein Handy und ehe ich es mich versehe, saß ich schon im nächsten Flieger nach…

Indien

Nicht im Leben hätte ich erwartet, dass sich für so spontan die Chance auftut Indien zu bereisen. Und so richtig darauf angelegt hatte ich es aus Respekt vor dem Land auch nicht. Doch da war sie, die Gelegenheit und ich ergriff sie beim Schopf.

3 Wochen Rajasthan Rundreise standen auf dem Programm, beginnend mit der pinken Stadt Jaipur, die mich in jeglicher Hinsicht von den Socken haute. Unglaublich beeindruckende Gebäude, eine reiche Geschichte und Kultur nebst unendlicher Armut und viel zu vielen Menschen. Auch das etwas ruhigere Pushkar erschlug mich dank Camel Fare immer wieder. Etwas Entspannung brachte dann unsere Wüstensafari mit Übernachtung unterm Sternenzelt in Jaisalmer. Beim Ziplining über Jodhpur beschloss ich dann, dass es Zeit für eine Pause wird und so verbrachten wir mehrere Tage in Udaipur, welches uns schon fast idyllisch vorkam. Wahrscheinlich hatten wir uns aber auch einfach an Indien gewöhnt.

Nach einer 27-stündigen Zugfahrt landeten wir schließlich in der Stadt, in die man zum Sterben fährt: Varanasi. Wir überlebten mit tiefen Eindrücken und verließen diesen unglaublichen Ort Richtung Taj Mahal und Delhi.

Zum krönenden Abschluss von über 3 Wochen Indien gab es noch ein paar relaxte Tage am Strand in Goa, bevor ich nach „Indien Light“ wechselte.

Sri Lanka

Manch einem mag es wild, chaotisch und verrückt vorkommen, ich freute mich jedoch über die zivilisierte Art am Flughafen in Colombo. Auch die Zugfahrt nach Hikkaduwa, eingepfercht zwischen Menschenmengen konnte mich nicht mehr wirklich schockieren. Ich schmunzelte als ich den Text meiner leicht besorgten Mutter las, dass Zug fahren ja doch noch die sicherste Variante in Sri Lanka sei. „Ge, bitte, Sri Lanka ist ein Spaziergang“, antwortete ich ihr großmütig zurück. War es auch. Bis mich das Dengue Fieber umhaute. Und zwar volle Mauke. 4 Nächte Krankenhaus in Sri Lanka. Zack zurück am Boden der Tatsachen. Danach war erst mal die Luft raus.

Meine verbleibende Zeit verbrachte ich im verregneten Sri Lanka eher auf Sparflamme. Geschwächt und demotiviert vom Land sehnte ich das Ende meines Besuchs herbei. Sri Lanka ist ohne Frage wunderschön und ich will es unbedingt nochmal bereisen. Dann aber ohne Dengue Fieber und ohne Dauerregen. Bitte!

Melbourne

Der Einladung einer Freundin folgend düste ich also Ende Dezember über den nächsten Teil der Erde und entfernte mich noch mal ein paar Zeitzonen weiter von meinen Hinterbliebenen. Melbourne präsentierte sich von seiner wilden Seite mit 20 Grad am ersten und 40 Grad am zweiten Tag. Weihnachten verbrachte ich Glückspilz im Kreise einer wunderbaren Familie mit allen Annehmlichkeiten. Und das erste Mal in meinem Leben auch mit Sonnenbrand und einem Sprung in den Pool.

Meine Zeit in Melbourne legte sich auch langsam auf meinen Hüften nieder, gibt es doch hier an jeder Ecke vorzügliche Restaurants und lässige Bars, die unbedingt besucht werden möchten. Schließlich war Weihnachten. Und dann Weihnachtsfeiertage. Und dann Silvester. Und dann… Zeit für einen Tapetenwechsel.

Tasmanien

Nach 2 Wochen Leben wie die Made im Speck tauschte ich also mein königliches Gehabe gegen Dosenfutter und kalte Nächte im Auto. 5 Tage düsten wir im vollen Tempo über diese atemberaubend schöne Insel. Autopanne und Rückenschmerzen inklusive. Aber alle Anstrengungen wert. Tasmanien gehört seitdem zu meinen absoluten Highlights. Wilde Küsten wechselten sich innerhalb eines Augenzwinkerns mit samt-weichen Graslandschaften oder schroffen Bergwelten ab. Es gab an jeder Ecke etwas zu staunen und ich habe 5 Tage lang meinen Mund nicht zubekommen. Ist das alles echt oder Kulisse?

Neuseeland

Wenn man schon mal da ist…“, dachten wir uns und Schwupps ging es weiter nach Neuseeland. Auckland klaute gleich zu Beginn mein Herz. Aber jetzt wo ich mich zeitzonentechnisch wirklich am anderen Ende der Welt befand, beschloss ich, dass ich auf Dauer doch nicht so weit weg wohnen möchte. Eine Erkenntnis die mich glücklich und traurig zu gleich stimmte. Auckland ist einfach schön.

Mittlerweile Auto-erprobt ging es im Eiltempo über die Nordinsel Richtung Wellington runter. Etwas zu spontan und so beschlossen wir uns für die Südinsel einen Plan zurecht zu legen, wohin sich die Anfahrt lohnt. Und dann setzten wir schon mit der Fähre nach Picton über.

Es folgten weitere extrem kalte Nächte im Auto und jede Menge Sandfliegen. Grundnahrungsmittel: Porridge und Instantnudeln. Aber auf der ganzen Linie wert. Eine unglaubliche Natur, stundenlanges Fahren ohne Verkehr, den ein oder anderen saftigen Muffin im nächsten Kaff und jede Menge Lachanfälle waren der Erfolg unserer Anstrengungen. Lake Tekapo, Mount Cook und Lake Pukaki waren so kitschig, dass ich mir zwischenzeitlich nicht sicher war, ob ich in ein Bilderbuch gefallen bin. Musste ich mir dann gleich mal von oben anschauen: aus dem Helikopter.

Und weil das Wandern keinen ausreichenden Adrenalin-Kick mehr brachte, beschlossen wir in Queenstown erstmal beim Skydiving aus dem Flugzeug zu springen (unbedingt wieder!!!) und dann noch die größte Schaukel der Welt zu bezwingen (nie wieder!!!). Danach brauchte es erstmal nen Schnaps….

Australien

Pünktlich zum Finale der Australian Open fanden wir uns in Melbourne wieder. Und weil es an Glück nicht ausreicht, dass man Ground Passes für 2 Tage geschenkt bekommt, hatten wir auch noch das unverschämte Glück das Women Final Live in Reihe 33 in der Rod Laver Arena zu verfolgen. Kann mich bitte einer mal kneifen?!?!

Sydney zeigte sich dann nicht mehr ganz so glücklich. Einen Tag das Opera House und die Harbour Bridge noch schnell aus dem Augenwinkel begutachtet, schüttete es in den nächsten Tagen so unbändig vom Himmel, dass die Gefahr bestand beim Sightseeing zu ertrinken. Und so beschloss ich, dass es an der Zeit ist Ozeanien zu verlassen.

Und nun sitze ich Mitte Februar hier in den Philippinen und kann kaum fassen wie viel ich in den letzten Monaten erlebt habe… Ich bin gespannt was noch kommt.

Hat euch mein Life Update gefallen? Dann lasst es mich wissen! Schreibt es mir in die Kommentare oder teilt es auf Facebook & Co.:*

5 Comments

  • Storytime: Leben im Auto - The Dorie - Travel Fashion Blog Februar 18, 2020 at 6:17 am

    […] staubigen Untergrund zu spucken. Ein Akt, der vor allem beim starken Wind, der teilweise über die neuseeländischen Landschaften braust, einiges an mathematischer Vorberechnung braucht. Es sei denn, man hat Lust darauf die […]

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  • Tom Februar 13, 2020 at 6:34 pm

    Sehr schöner Beitrag mit sehr schönen Fotos. geht einfach unter die Haut. Toll, bitte weiter so.

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  • Reni E. Februar 12, 2020 at 2:26 pm

    Ja, das hat mir sehr gut gefallen, denn ich bin ja auch ein Reise-Junkie. Allerdings zieht mich leider nichts nach Asien. Nach Australien, Neuseeland und weiter in die Südsee würde ich gerne mal reisen. Wenn nur der lange Flug nicht wäre… Es ist aber noch nicht abgehakt. Hab´ weiterhin viel Spaß und bleib´ gesund!
    Liebe Grüße
    Reni

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  • Birgit Februar 11, 2020 at 6:15 pm

    Wie man aus deiner Reisezusammenfassung ersehen kann, gibt es doch immer wieder Hindernisse, die sich unerwartet ergeben. Aber wichtig ist, dass man sich nicht unterkriegen lässt und Neues genießen kann indem man das unangenehme abhakt. Ich wünsche dir weiterhin viel Power und vor allem unerwartet Schönes.
    Liebe Grüsse aus dem kalten und feuchten Franken. 😉

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  • Nicole Kirchdorfer Februar 11, 2020 at 2:05 pm

    Liebe Dorie,
    es ist so irre, was Du siehst und erlebst. Ich bin ja an sich kein Reisetyp, aber wenn ich Dir so folge nagt ein Eckchen an mir, dass ich in meiner Jugend nicht mutiger war. Du wirst sicherlich ein Leben lang von diesen Erfahrungen zehren und sie in Ehren bewahren.
    Mal sehen, ob ich Deine Vorlage für meine Rente verwende, hihi.
    Keep going Sweety und verwöhne uns mit Deinen Einblicken in die Welt!
    Ganz liebe Grüße nach wohin auch immer, Nicole im beschaulichen Düsseldor

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