5 Fehler beim Packen
Ursprünglicher Artikel veröffentlicht 2018
So schön der Urlaub ist, so ungern packen die meisten von uns Koffer oder Rucksack. Das liegt nicht nur daran, dass Packen nervt, sondern auch daran, dass man erstaunlich viele kleine Fehler machen kann. Zu viel, zu wenig, das Falsche, schlecht sortiert oder so gepackt, dass man spätestens an der Sicherheitskontrolle alles wieder ausräumen darf.
Damit dir genau das nicht passiert, kommen hier meine wichtigsten Fehler beim Packen und die Learnings dazu. Nicht als perfekte Pack-Methode, sondern als ehrliche Hilfe für alle, die beim nächsten Mal entspannter losfahren möchten.
Tipps in a Nutshell
- Vor dem Packen kurz planen, statt wahllos Lieblingsteile einzupacken.
- Kleidung nach Outfits und Kombinationsmöglichkeiten auswählen.
- Gepäckmaße und Gewicht vor dem Flug wirklich checken.
- Flüssigkeiten, empfindliche Dinge und Technik separat sichern.
- Handgepäck so packen, dass Sicherheitskontrollen nicht stressen.
1. Unorganisiert packen
Wir kennen es alle: Man möchte jedes Lieblingsteil mitnehmen, aber eigentlich braucht man nicht mal die Hälfte. Am Ende liegen fünf Sommerkleider im Koffer, nichts passt zusammen und für den eigentlichen Anlass ist trotzdem nichts dabei.
Deshalb lohnt es sich, vor dem Packen kurz über ein paar Fragen nachzudenken:
- Wie lange bin ich unterwegs?
- Wie ist das Klima?
- Mit welchem Wetter muss ich realistisch rechnen?
- Welche Anlässe habe ich auf der Reise?
- Gibt es lokale Gepflogenheiten, religiöse Orte oder Dresscodes?
- Was kann ich mehrfach kombinieren?
Wenn du diese Fragen beantwortet hast, hast du meistens schon eine viel klarere Idee. Mach dir daraufhin am besten eine Packliste, damit du nichts vergisst. Für einen Spa-Urlaub brauchst du andere Kleidung als für drei Wochen Backpacking. Für eine Städtereise andere Schuhe als für Wandertage. Und wenn du in ein Land reist, in dem Schultern oder Knie an manchen Orten bedeckt sein sollten, bringt dir das schönste trägerlose Kleid wenig.
Was mir hilft: ein kleines Farbschema. Ein paar neutrale Farben, dazu Schwarz, Weiß oder Beige und schon passen deutlich mehr Teile zusammen. Statt zehn Einzelteilen, die alle nur ein einziges Outfit ergeben, packst du lieber weniger Teile, die untereinander kombinierbar sind.
2. Zu viele Einzelteile statt echte Outfits einpacken
Der größte Packfehler ist nicht immer „zu viel“. Oft ist es „zu unlogisch“. Ein Koffer kann voll sein und trotzdem fehlt genau das Outfit, das du brauchst. Deshalb packe ich inzwischen lieber in Kombinationen als in Kategorien.
Leg dir vor dem Packen ein paar echte Outfits zurecht: Reisetag, Sightseeing, Abendessen, Strand, Wandern, Regentag. Wenn ein Teil zu nichts passt oder nur für einen sehr theoretischen Moment gedacht ist, bleibt es eher daheim.
- Guter Test: Kann ich dieses Teil mindestens zweimal tragen?
- Noch besser: Passt es zu mindestens zwei anderen Teilen?
- Wenn nicht: Nur mitnehmen, wenn es wirklich wichtig ist.
Das gilt übrigens besonders für Schuhe. Die nehmen wahnsinnig viel Platz weg und machen Gepäck schnell schwer. Falls du unsicher bist, lies auch meinen Artikel über Schuhe zum Reisen.
3. Gewicht und Maße ignorieren
Ich habe mittlerweile einige Grenzen des Transportierbaren ausgereizt und ja, manchmal hat man erstaunlich viel Spielraum. Aber sobald ein Flug voll ist oder eine Airline genauer kontrolliert, wird aus „passt schon“ schnell „bitte zahlen“.
Deshalb: Check vorher, welches Gepäckstück du wirklich mitnehmen darfst. Nicht nur ungefähr. Wirklich. Maße, Gewicht, Personal Item, Handgepäck, Aufgabegepäck. Gerade bei Billigfliegern können ein paar Zentimeter oder ein zusätzliches Täschchen nervig teuer werden.
Ein Rucksack lässt sich oft besser quetschen als ein harter Trolley. Dafür ist ein Trolley übersichtlicher und schützt empfindliche Dinge besser. Eine weiche Tasche kann praktisch sein, wenn sie sich unter den Sitz schieben lässt. Es gibt nicht die eine perfekte Lösung, aber es gibt sehr viele unnötige Nachzahlungen.
4. Flüssigkeiten und Druck unterschätzen
Flüssigkeiten sind beim Packen kleine Verräter. Zuhause sieht alles dicht aus und nach dem Flug liegt Shampoo im Kulturbeutel. Das liegt nicht nur an schlechten Verschlüssen, sondern auch am Druck im Flugzeug und daran, wie sehr Gepäck unterwegs gedrückt, gestapelt und geworfen wird.
Meine wichtigsten Regeln:
- Flaschen nicht komplett voll mitnehmen, wenn du sie umfüllst.
- Luft aus flexiblen Flaschen drücken, bevor du sie verschließt.
- Klappdeckel zusätzlich sichern oder lieber Drehverschlüsse verwenden.
- Flüssige Kosmetik immer in einen separaten Beutel packen.
- Feste Produkte wie Shampoo-Bar oder Seife können Gepäck deutlich entspannter machen.
- Empfindliche Dinge in die Mitte packen und mit Kleidung polstern.
Auch Reißverschlüsse sollten wirklich geschlossen sein. Klingt banal, aber wenn jemand dein Gepäckstück mit Gewalt ins Fach drückt oder im Bus stapelt, bist du froh, wenn nichts halb offen war.
5. Das Handgepäck nicht für die Sicherheitskontrolle vorbereiten
Man packt alles schön zusammen und dann steht man bei der Sicherheitskontrolle. Flüssigkeiten ganz unten. Laptop irgendwo dazwischen. Powerbank in einem Fach, das man nie wieder findet. Nervt dich, nervt alle hinter dir und macht den Start in die Reise unnötig hektisch.
Deshalb packe ich Handgepäck immer so, dass die Sicherheitskontrolle mitgedacht ist:
- Flüssigkeitsbeutel nach oben oder in ein schnell erreichbares Fach.
- Laptop, Kamera und größere Elektronik griffbereit.
- Powerbank nicht irgendwo tief im Gepäck verstecken.
- Wasserflasche vor der Kontrolle austrinken und danach wieder auffüllen.
- Keine Schuhe mit dicken Sohlen oder hohem Schaft, Gürtel oder Accessoires tragen, wenn du schnell durch willst.
Das wird sich im Laufe der Jahre immer mehr vereinfachen, denn durch die modernen Scanner, die schrittweise an den Flughäfen eingeführt werden, fällt nicht nur die 100ml-Regel, sondern auch das Auspacken. Dublin, Wien, Amsterdam und Nürnberg haben bereits die neuen Scanner, was den Stress am Security Check um ein Vielfaches reduziert.
Bonus: Kein Platz für Rückreise-Chaos lassen
Viele packen für die Hinreise perfekt und vergessen, dass die Rückreise meistens chaotischer ist. Kleidung ist getragen, Souvenirs kommen dazu, Kosmetik ist halb leer, irgendwas ist feucht und die Geduld ist aufgebraucht.
Lass deshalb immer ein bisschen Luft im Gepäck. Nicht viel, aber genug, damit du nicht jedes Mal Tetris spielen musst. Ein kleiner Wäschebeutel hilft ebenfalls, damit getragene Kleidung nicht alles andere übernimmt.

Fazit: Gute Packplanung spart Nerven
Die meisten Fehler beim Packen passieren nicht, weil man zu wenig weiß, sondern weil man zu spät anfängt und dann panisch alles einpackt, was theoretisch nützlich sein könnte. Genau da hilft ein kleines System: planen, kombinieren, Maße checken, Flüssigkeiten sichern und Handgepäck logisch packen.
Perfekt packen muss niemand. Aber wenn du diese Fehler vermeidest, startet die nächste Reise deutlich entspannter.
FAQ: Fehler beim Packen
Was ist der häufigste Fehler beim Packen?
Der häufigste Fehler ist, ohne Plan zu packen. Dadurch landen viele einzelne Teile im Gepäck, die nicht zusammenpassen oder am Ende gar nicht getragen werden.
Wie vermeide ich zu viel Gepäck?
Pack nach Outfits statt nach einzelnen Lieblingsteilen. Jedes Kleidungsstück sollte möglichst mehrfach kombinierbar sein. Außerdem hilft es, Schuhe und schwere Teile besonders kritisch auszuwählen.
Was sollte im Handgepäck schnell erreichbar sein?
Flüssigkeitsbeutel, größere Elektronik, Powerbank, Reisedokumente, Medikamente, Kopfhörer und alles, was du bei der Sicherheitskontrolle oder während des Fluges brauchst.
Sind Vakuumbeutel beim Reisen sinnvoll?
Vakuumbeutel können Platz sparen, vor allem bei weicher Kleidung. Sie machen Gepäck aber nicht leichter. Für viele Reisen reichen Packwürfel oder einfache Wäschebeutel, wenn du vor allem Ordnung schaffen möchtest.






4 Comments
Sosoxy
2 Jahren agoSuper wertvolle Tipps. Das Packen für den Urlaub ist nicht einfach, oft vergessen wir das Nötigste wie Socken und Unterwäsche. Deshalb ist es eine gute Idee, eine Liste zu erstellen.
Welcher Koffer ist der richtige? 7 wichtige Fragen.
2 Jahren ago[…] Das Platzproblem lässt sich dann auch recht einfach mit der richtigen Packmethode beheben: Packwürfel für die richtige Ordnung sind ein guter Anfang. Wer es noch raffinierter machen möchte, der rollt seine Klamotten. Und für das ganz große Gepäck sind Vakuumbeutel unverzichtbar. Damit bekommt man unfassbare Mengen auch ins kleinste Handgepäck. Noch mehr wichtige Tipps rund ums Packen, findest du in meinen Packtipps: 5 Fehler beim Packen. […]
Tom
3 Jahren agoDanke für den Tip mit dem Vakuumbeutel, den kannte ich noch nicht. Wo bekomme ich die am ehesten und haben die eine besondere Bezeichnung?? Danke schon mal.
Dorie
3 Jahren agoDanke für die Frage. Ich habe sowieso welche verlinkt auf Amazon 🙂 Aber du bekommst sie auch in größeren Supermärkten, wie Interspar oder eventuell auch Kaufland oder Marktkauf.
Hoffe das hilft. Liebe Grüße 🙂