Hoi An war für mich die schönste Stadt in Vietnam. Vielleicht sogar eine der schönsten Städte in Südostasien. Nach dem Norden Vietnams von Lan Ha Bay bis Sa Pa kamen wir 2016 nach Hoi An und wollten eigentlich nur kurz bleiben. Am Ende wurden aus zwei geplanten Nächten fast eine Woche. Das sagt eigentlich schon ziemlich viel.

Aktualisiert August 2026. Ursprünglicher Beitrag veröffentlicht 2019. Reiseerfahrung aus 2016.

Hoi An ist verwinkelt, gelb, warm, voll mit Laternen, Essen, alten Häusern und kleinen Läden. Es ist touristisch, ja. Manchmal auch sehr. Aber Hoi An hat trotzdem diesen eigenen Charme, bei dem man plötzlich jeden Abend wieder in der Altstadt landet und denkt: Ach komm, eine Runde geht noch.

Dieser Artikel ist eine aktualisierte Mischung aus meinen persönlichen Hoi An Erfahrungen und praktischen Tipps für deine Reiseplanung. Details wie Altstadt-Tickets, Öffnungszeiten, Preise, Schneidereien und Verkehrsregeln können sich ändern. Prüfe deshalb vor Ort oder auf offiziellen Seiten noch einmal die aktuellen Infos.

Hoi An Tipps kurz zusammengefasst

  • Beste Zeit: morgens für ruhigere Gassen und abends für Laternenstimmung.
  • Wie lange bleiben: mindestens 2 Nächte, schöner sind 3 bis 4 Nächte.
  • Nicht verpassen: Altstadt, Markt, Laternen am Abend, An Bang Beach, Maßschneiderei und My Son.
  • Gut kombinierbar mit: Da Nang, Hue und einer längeren Vietnam Rundreise.
  • Wichtig: Hoi An ist beliebt. Früh aufstehen lohnt sich wirklich.
Gasse in der Altstadt von Hoi An mit gelben Häusern

Die Altstadt von Hoi An: Warum sie so besonders ist

Neben der Schneiderkunst ist Hoi An vor allem für seine wunderschöne Altstadt bekannt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Verdienterweise. Hier steckt richtig viel Geschichte drin: Hoi An war viele Jahrhunderte ein wichtiger Handelshafen für Waren aus Japan, China und später auch Europa. Als der Hafen versandete, verlagerte sich der Handel nach Da Nang. Hoi An blieb zurück und genau das ist heute sein Glück.

Die Altstadt ist kompakt genug, um sie zu Fuß zu erkunden. Und zwar nicht nur einmal. Morgens wirkt Hoi An fast verschlafen, tagsüber lebendig und abends dann wie eine kleine Laternen-Überdosis. Man kann das kitschig finden. Ich fand es ziemlich großartig.

Das Altstadt-Ticket: Muss man es kaufen?

Das Hoi-An-Altstadt-Ticket war schon bei unserer Reise ein kleines Mysterium. Angeblich brauchte man es, um die Altstadt zu betreten. Kontrolliert wurden wir in sieben Tagen aber nur einmal. Damals haben wir bei dieser Gelegenheit direkt ein Ticket gekauft, weil es auch für mehrere historische Sehenswürdigkeiten galt.

Heute würde ich es nicht als „Trick“ betrachten, sondern als Beitrag zum Erhalt der Altstadt. Die Regeln, Preise und enthaltenen Sehenswürdigkeiten können sich ändern. Wenn du historische Häuser, Versammlungshallen, Tempel oder Museen anschauen möchtest, kauf das Ticket einfach vor Ort und frag nach, wie es aktuell genutzt wird.

Marktstand auf dem Markt von Hoi An

Hoi An am Morgen: Die beste Zeit für die Altstadt

Wenn du die Altstadt einigermaßen ruhig erleben möchtest, geh morgens los. Dann schlafen viele andere Reisende noch, frühstücken oder sind auf Tagestour. Die Geschäfte sind teilweise noch geschlossen, aber genau deshalb sieht man Hoi An ein bisschen klarer. Ohne Lampion-Gedränge, ohne Selfiestick-Slalom und ohne das Gefühl, Teil einer sehr bunten Prozession zu sein.

Auch der Markt lohnt sich am Morgen. Dort verkaufen Händler Gemüse, Kräuter, Obst und alles, was man so braucht. Je später der Tag, desto voller wird es. Und je voller es wird, desto mehr merkt man: Hoi An ist wunderschön, aber eben kein Geheimtipp mehr.

Historisches Haus in der Altstadt von Hoi An

Hoi An tagsüber: Häuser, Tempel und die Japanische Brücke

Tagsüber ist die Altstadt in vielen Bereichen für Autos und Roller gesperrt oder stark eingeschränkt. Das macht das Herumschlendern deutlich angenehmer. Die Zeit für menschenleere Fotos ist dann zwar meistens vorbei, dafür öffnen die Läden, Cafés, Tempel und historischen Häuser.

Wir haben uns damals unter anderem ein altes Handelshaus, zwei Tempel, eine Community Hall und eine Seidenweberei angesehen. Letztere fand ich besonders spannend, weil ich bis dahin ehrlich gesagt nicht wirklich darüber nachgedacht hatte, wie Seide entsteht. Und dass die Seidenspinnerraupen dabei sterben. Wieder so ein Moment, in dem Reisen romantische Vorstellungen etwas gerade rückt.

Die Japanische Brücke gehört zu den bekanntesten Motiven der Stadt. Ob du sie nur von außen anschaust oder mit deinem Ticket besichtigst, kannst du spontan entscheiden. Ich fand sie von außen schon schön genug, aber sie gehört natürlich trotzdem zu den Klassikern in Hoi An.

Tempel in der Altstadt von Hoi An
Seidenweberei in Hoi An
Japanische Brücke in Hoi An

Hoi An bei Nacht: Laternen, Boote und sehr viel los

Abends wird Hoi An zur Laternenstadt. Die Temperaturen werden angenehmer, überall leuchten Lampions und auf dem Fluss fahren kleine Boote. Das ist wunderschön. Es ist aber auch voll. An manchen Stellen kommt man nur noch in Trippelschritten voran und der romantische Abendspaziergang fühlt sich kurz an wie ein sehr dekorativer Stau.

Trotzdem würde ich die Altstadt unbedingt auch abends anschauen. Gerade wenn du vorher morgens schon dort warst, merkst du, wie unterschiedlich Hoi An je nach Tageszeit wirkt. Mein Tipp: nicht nur an den vollsten Fotospots stehen bleiben. Lauf ein bisschen weiter durch die Seitengassen, such dir ein Restaurant oder Café und lass die Stadt einfach auf dich wirken.

Laternen am Abend in Hoi An
Beleuchtete Altstadt von Hoi An bei Nacht

Strände bei Hoi An: An Bang Beach und Cua Dai

Hoi An liegt nicht direkt am Strand, aber nah genug, um Altstadt und Strandtage gut zu verbinden. Der bekannteste Strand ist An Bang Beach. Dort findest du Restaurants, Bars, Liegen und mehr touristische Infrastruktur. Cua Dai Beach war bei unserer Reise ruhiger, allerdings haben Küstenerosion, Resorts und Bauprojekte die Strandsituation über die Jahre verändert. Informiere dich deshalb kurz vor Ort, welcher Abschnitt gerade am schönsten ist.

Wir sind mit dem Fahrrad zum Strand gefahren. Klingt idyllisch und ist es grundsätzlich auch, solange dein Hotel keine Fahrräder bereitstellt, die sich anfühlen wie ein persönlicher Charaktertest. Unser erster Ausflug war mit den Schrotthobeln jedenfalls schweißtreibender als geplant. Alternativ kannst du natürlich ein Taxi, Grab oder einen Shuttle nehmen.

Strand bei Hoi An in Vietnam

Maßschneiderei in Hoi An: Lohnt sich das?

Mein nicht gerade einfallsreicher Hoi-An-Tipp ist: Lass dir etwas maßschneidern, wenn du wirklich etwas brauchst. Die Stadt hat an jeder Ecke Schneiderläden und es lohnt sich sehr, ein bisschen zu vergleichen. Preis, Qualität, Stoffe und Beratung können stark auseinandergehen.

Wir waren damals bei Bi Bo und hatten einen guten Eindruck, aber ich würde solche konkreten Empfehlungen heute immer gegen aktuelle Bewertungen checken. Für meine Begleitung wurde es ein Anzug mit Hemd und zusätzlichem Sakko. Ich ließ mir Ledersneaker machen, die ich danach wirklich viel getragen habe. Genau das ist für mich der Punkt: Lass dir nicht irgendein Urlaubskleid nähen, das zuhause nie wieder Tageslicht sieht.

Überleg dir vorher, was du schon lange suchst oder wirklich gebrauchen kannst. Etwas, das zu deinem Alltag passt, lange hält und nicht nur in der warmen Hoi-An-Abendluft eine gute Idee ist. Auf Reisen wirken Dinge manchmal logischer, als sie es zuhause neben der Waschmaschine noch sind.

Laden und Schneiderei in Hoi An

Ausflug nach My Son: Tempelruinen bei Hoi An

Auch die Umgebung von Hoi An hat viel zu bieten: Reisfelder, Tra Que Herb Village, Fahrradtouren oder eben My Son. Wir haben uns für einen Ausflug nach My Son entschieden, einer alten Tempelstadt der Cham-Kultur. Und der Besuch hat mich wirklich beeindruckt.

Die Anlage ist nicht nur landschaftlich schön, sondern auch geschichtlich schwer. Im Vietnamkrieg wurde My Son stark bombardiert. Bis heute sieht man Schäden, Krater und Bereiche, in denen man nicht abseits der Wege laufen sollte. Das Gelände wurde und wird aufwendig gesichert und restauriert. Gleichzeitig sieht man, wie komplex diese Bauweise war und wie viel Geschichte hier verloren gegangen ist.

Plane für My Son mindestens einen halben Tag ein. Am angenehmsten ist ein früher Start, weil es später heiß wird und mehr Gruppen unterwegs sind. Wenn du dich für Geschichte interessierst, lohnt sich ein Guide sehr, weil die Ruinen ohne Kontext schnell nur wie alte Ziegel im Grünen wirken.

Tempelruinen von My Son bei Hoi An
My Son Tempelruinen nahe Hoi An in Vietnam
Ziegeltempel in My Son bei Hoi An
Detail einer Tempelruine in My Son bei Hoi An

Wie viele Tage solltest du für Hoi An einplanen?

Ich würde mindestens zwei Nächte einplanen. Dann hast du einen Abend für die Laternenstadt, einen Morgen für die ruhigere Altstadt und etwas Zeit für Strand oder Schneiderei. Drei bis vier Nächte sind ideal, wenn du My Son besuchen, Kleidung anfertigen lassen oder einfach nicht hetzen möchtest.

Wir blieben fast eine Woche und mir wurde nicht langweilig. Hoi An ist nicht die Stadt der großen To-do-Liste, sondern eher ein Ort zum Wiederkommen. Morgens Markt, nachmittags Strand, abends Altstadt. Kann man schlechter treffen.

Hoi An auf einer Vietnam Rundreise

Hoi An passt perfekt in eine Vietnam-Route zwischen Hue, Da Nang und dem Süden. Viele Reisende kommen aus Hanoi, Lan Ha Bay oder Sa Pa, fahren über Hue weiter nach Hoi An und reisen danach Richtung Da Lat, Mui Ne oder Ho-Chi-Minh-City. In meinem Überblick zur Vietnam Rundreise findest du die komplette Route mit Stationen und Tipps.

Mein Fazit zu Hoi An

Hoi An ist touristisch und trotzdem wunderschön. Vielleicht ist genau das der Punkt: Man weiß, dass man nicht allein auf diese Idee gekommen ist. Man sieht die Gruppen, die Fotospots, die Laternenboote und die vollen Gassen. Und dann steht man trotzdem am nächsten Morgen wieder dort, weil das Licht so schön auf die gelben Häuser fällt.

Für mich war Hoi An einer der Orte, an denen wir langsamer wurden. Statt nur weiterzuziehen, blieben wir. Wir aßen, liefen durch Gassen, fuhren zum Strand, ließen Dinge anfertigen und machten einen Ausflug nach My Son. Kein Ort in Vietnam hat mich so schnell überzeugt. Und auch mit etwas Abstand bleibt Hoi An für mich eine der schönsten Stationen einer Vietnamreise.

FAQ zu Hoi An

Wie viele Tage braucht man für Hoi An?

Für Hoi An solltest du mindestens zwei Nächte einplanen. Drei bis vier Nächte sind entspannter, besonders wenn du My Son besuchen, an den Strand fahren oder etwas maßschneidern lassen möchtest.

Wann ist die Altstadt von Hoi An am schönsten?

Morgens ist die Altstadt ruhiger und ideal zum Fotografieren. Abends ist Hoi An wegen der Laternen besonders schön, aber auch deutlich voller.

Braucht man ein Ticket für die Altstadt von Hoi An?

Für viele historische Sehenswürdigkeiten in der Altstadt gibt es ein Ticket-System. Ob und wo kontrolliert wird, kann sich ändern. Wenn du Häuser, Tempel oder Museen besuchen möchtest, kauf das Ticket vor Ort und frage nach den aktuellen Regeln.

Lohnt sich Maßschneiderei in Hoi An?

Ja, wenn du genau weißt, was du möchtest und aktuelle Bewertungen vergleichst. Am sinnvollsten ist ein Kleidungsstück, das du auch zuhause wirklich tragen wirst.

Welcher Strand bei Hoi An ist schön?

An Bang Beach ist der bekannteste Strand bei Hoi An und gut erreichbar. Cua Dai kann ruhiger sein, die Strandsituation verändert sich durch Erosion und Bauprojekte aber immer wieder.

Lohnt sich ein Ausflug nach My Son?

Ja, besonders wenn du dich für Geschichte interessierst. My Son ist eine wichtige Cham-Tempelanlage nahe Hoi An und lohnt sich vor allem mit etwas Kontext oder einem Guide.