AKTUALISIERT · AUGUST 2026
Ursprünlgich veröffentlicht 2019. Aktualisierung mit aktueller Einordnung zu Strom, Treibstoff, Bargeld, Versorgung, Transport und Sicherheit in Kuba.

Kuba ist ein faszinierendes Land. Schön, widersprüchlich, anstrengend und in vieler Hinsicht wirklich wie aus einer anderen Zeit. Genau das macht eine Reise spannend, aber auch kompliziert. Wer Kuba blauäugig und spontan bereist, wird schnell überrascht. Das war schon bei meiner Reise so und gilt heute noch mehr.

Wichtig vorweg: Die aktuelle Lage in Kuba ist ernst. Das Auswärtige Amt rät derzeit dringend von Reisen nach Kuba ab. Auch das britische FCDO weist auf massive Einschränkungen bei Strom, Treibstoff, medizinischer Versorgung, Transport, Kommunikation und Zahlungen hin. Dieser Artikel soll deshalb keine Aufforderung zur Reise sein, sondern ein realistischer Überblick, falls du dich dennoch zur Reise entscheidest.

Straßenbild in Kuba

Kuba Reise 2026: das Wichtigste auf einen Blick

  • Reisehinweise prüfen: Die Lage kann sich schnell ändern.
  • Bargeld einplanen: Internationale Karten werden aktuell stark eingeschränkt oder gar nicht akzeptiert.
  • Stromausfälle einkalkulieren: Powerbank, Taschenlampe und flexible Pläne sind wichtig.
  • Versorgung ernst nehmen: Lebensmittel, Wasser, Medikamente und Treibstoff können knapp sein.
  • Transport nicht knapp planen: Flug-, Nahverkehrs- und Treibstoffprobleme können Reisen massiv verzögern.
  • Nachts vorsichtig sein: Dunkle Straßen, Stromausfälle und steigende Kriminalität machen Umsicht wichtiger.

1. Prüfe vor der Reise die aktuellen Reisehinweise

Mein alter Kuba-Artikel war deutlich lockerer geschrieben. Heute würde ich das so nicht mehr stehen lassen. Kuba ist weiterhin faszinierend, aber die aktuelle Lage ist nicht nur ein bisschen chaotisch, sondern teilweise sehr eingeschränkt.

Vor einer Reise solltest du unbedingt die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts oder einer vergleichbaren offiziellen Stelle prüfen. Es geht dabei nicht um Panik, sondern um realistische Planung: Gibt es Stromausfälle? Sind Flüge verfügbar? Ist medizinische Versorgung realistisch erreichbar? Kannst du vor Ort bezahlen? Ist deine Rückreise abgesichert?

Aktuelle Kuba-Reisehinweise beim Auswärtigen Amt prüfen · FCDO Cuba Travel Advice prüfen

2. Bargeld ist wichtiger denn je

Bereits 2019 war es einer meiner wichtigsten Tipps: Verlass dich nicht auf Maestro und probiere verschiedene Geldautomaten, falls auch Visa und Mastercard bei einem nicht akzeptiert werden. Heute ist die Lage noch angespannter. Internationale Karten wie Visa oder Mastercard können laut aktuellen Reisehinweisen stark eingeschränkt oder nicht nutzbar sein. Auch Bargeldabhebungen am Automaten können problematisch sein.

Wenn du nach Kuba reist, solltest du vorab klären, wie du Unterkünfte, Transfers, Touren und laufende Kosten bezahlen kannst. Offizielle Hinweise empfehlen, ausreichend Bargeld in konvertierbarer Währung mitzunehmen, etwa Euro oder US-Dollar. Gleichzeitig gilt: Bargeld sicher aufbewahren, nicht alles an einem Ort tragen und nicht auf der Straße wechseln.

Blick aufs Kapitol in Havanna Kuba

3. Die alte CUC/CUP-Info ist nicht mehr aktuell

In meinem alten Artikel habe ich ausführlich über CUC und CUP geschrieben. Das ist heute so nicht mehr aktuell. Der Cuban Convertible Peso (CUC) wurde abgeschafft, weshalb alte Kuba-Artikel mit Zwei-Währungen-Tipps schnell in die Irre führen können. Mittlerweile gibt es die rein digitale Währung MLC, aber auch diese verliert gerade stark an Bedeutung und ist für Reisende größtenteils irrelevant. Dafür gewinnt der Dollar wieder mehr an Bedeutung.

Was geblieben ist: Geld in Kuba ist kompliziert. Wechselkurse, Zahlungsmöglichkeiten, Bargeldversorgung und Akzeptanz von Karten können sich ändern. Genau deshalb würde ich vor der Reise aktuelle Informationen einholen, bei Unterkünften nachfragen und nicht davon ausgehen, dass du vor Ort alles spontan lösen kannst.

4. Internet und Kommunikation nicht selbstverständlich einplanen

Als ich in Kuba war, musste man noch WLAN-Karten kaufen und sich an bestimmte öffentliche Orte oder in Hotels setzen, um online zu gehen. Die Situation hat sich seitdem verändert, aber Internet und Kommunikation bleiben nichts, worauf ich mich blind verlassen würde. Stromausfälle, Netzprobleme und eingeschränkte Infrastruktur können den Zugriff erschweren.

Plane deshalb offline mit: Karten herunterladen, wichtige Adressen speichern, Buchungsbestätigungen offline verfügbar machen, Telefonnummern notieren und eine Powerbank einpacken. Gerade wenn Transport oder Unterkunft spontan umgeplant werden müssen, ist es Gold wert, nicht komplett vom Netz abhängig zu sein.

Häuserfassade in Havanna Kuba

5. Strom, Wasser, Treibstoff und Versorgung können eingeschränkt sein

Ein alter Kuba-Tipp lautete: Es ist nicht immer alles verfügbar. Heute muss man diesen Punkt noch ernster nehmen. Aktuelle Reisehinweise sprechen von starken Einschränkungen bei Strom, Treibstoff, Wasser, Lebensmitteln, medizinischer Versorgung und teilweise auch beim Flug- und Transportbetrieb.

Das heißt nicht, dass jede Reise automatisch unmöglich ist. Aber es heißt, dass man Kuba nicht wie einen normalen, unkomplizierten Strandurlaub planen sollte. Medikamente, wichtige Hygieneartikel, ausreichend Bargeld, Wasser, Snacks, Taschenlampe und Powerbanks können mehr als nur „nice to have“ sein.

6. Entfernungen sind in Kuba nicht nur Kilometer

„Wie lange brauche ich von Matanzas nach Varadero?“ – „Hm, ca. 25 Kilometer.“ Okay, thanks for nothing. Diese alte Anekdote bleibt wahr: Zeit ist in Kuba schwer einzuschätzen.

Transport hängt nicht nur von Entfernung ab, sondern von Verfügbarkeit, Treibstoff, Fahrzeug, Straßenzustand, Nachfrage und manchmal schlicht davon, ob heute etwas fährt. Plane deshalb keine zu engen Anschlüsse, keine riskanten Umstiege und keine Reiseroute, bei der jeder Tag auf Kante genäht ist.

Fenster in Kuba

7. Schlange stehen und Warten gehören dazu

Wie gerade gesagt: Zeit ist in Kuba relativ. Das gilt auch dann, wenn man „mal schnell“ Wasser kaufen möchte. Schon bei meiner Reise gehörten Schlangen, Warten und Improvisation dazu. Beispielsweise 25 Minuten Anstehen beim „Liqur Store“, der als einziges Wasserflaschen verkauft hat. Heute können Engpässe und Einschränkungen diesen Effekt noch verstärken.

Mein Tipp: Pack mehr Geduld ein, als du normalerweise brauchst. Kaufe wichtige Dinge nicht erst, wenn du sie dringend benötigst. Plane Pausen ein und geh nicht davon aus, dass alles so effizient läuft, wie du es aus anderen Reiseländern kennst.

8. Sicherheit: nicht panisch, aber wachsam

Kuba galt lange als vergleichsweise sicheres Reiseland in der Karibik. Trotzdem zeigen aktuelle Hinweise eine steigende Kriminalität, mehr Diebstähle und zusätzliche Risiken durch Stromausfälle, dunkle Straßen und Versorgungslage. Besonders nachts würde ich vorsichtig sein und nicht alleine durch schlecht beleuchtete Gegenden laufen.

Für Frauen gilt außerdem: Unerwünschte Flirtversuche oder aufdringliches Verhalten sollte man klar zurückweisen. Mein alter Satz „Ignoriere sie einfach“ war aus meiner persönlichen Erfahrung heraus geschrieben, aber heute würde ich ergänzen: Achte auf dein Bauchgefühl, geh nachts lieber in Begleitung, lass Getränke nicht unbeaufsichtigt und nimm dir im Zweifel lieber ein offizielles bzw. vorab organisiertes Taxi.

Sonnenuntergang in Varadero Kuba

Fazit: Kuba ist faszinierend, aber aktuell kein unkompliziertes Reiseziel

Kuba bleibt ein besonderes Land. Ich möchte meine Reise nicht missen und viele Eindrücke haben sich tief eingebrannt. Gleichzeitig wäre es unehrlich, den Artikel heute noch so locker stehen zu lassen wie früher.

Wenn du Kuba planst, dann bitte nicht blauäugig. Prüfe die aktuelle Lage, plane Bargeld und Versorgung realistisch, halte deine Route flexibel und überlege ehrlich, ob der Zeitpunkt gerade passt. Kuba kann beeindruckend sein, aber aktuell braucht eine Reise deutlich mehr Vorbereitung als nur Fernweh.

Weiterlesen: Mein persönlicher Kuba-Reisebericht

FAQ: Kuba Reise 2026

Kann man aktuell nach Kuba reisen?

Das solltest du tagesaktuell anhand offizieller Reisehinweise prüfen. Das Auswärtige Amt rät derzeit dringend von Reisen nach Kuba ab. Die Lage kann sich ändern, deshalb sind aktuelle Quellen wichtiger als alte Reiseberichte.

Kann man in Kuba mit Kreditkarte bezahlen?

Internationale Kartenzahlungen und Bargeldabhebungen können stark eingeschränkt sein. Kläre vor der Reise, welche Zahlungsmittel akzeptiert werden und plane ausreichend Bargeld in konvertierbarer Währung ein.

Was sollte man für Kuba unbedingt einpacken?

Neben normalen Reisedokumenten und Kleidung sind aktuell Powerbank, Taschenlampe, persönliche Medikamente, Hygieneartikel, Offline-Karten, gespeicherte Buchungsunterlagen und ausreichend Bargeld besonders wichtig.

Ist Kuba für Individualreisende einfach?

Nicht unbedingt. Kuba kann für Individualreisende sehr spannend sein, aber Transport, Versorgung, Zahlungen und spontane Änderungen können herausfordernd sein. Plane mehr Puffer ein als bei unkomplizierteren Reisezielen.