Slow-Fashion Thoughts

Posted: September 18, 2016 by Dorie

Slow-Fashion ist momentan in aller Munde. Nicht mehr jeden Tag etwas Neues kaufen, auf Nachhaltigkeit und Fairness setzen und Klamotten wieder neu auf- und verwerten.  Auch in meinem Artikel über die Sonnenbrille meiner Oma, habe ich dieses Thema bereits angesprochen. Ein Trend, den ich auf jeden Fall befürworten kann. Doch genauso toll ich es finde, dass immer mehr Wert auf Wiederverwertung in der Modeindustrie gelegt wird, genauso scheinheilig finde ich diesen Trend.

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Die zwei Gesichter des Slow-Fashion Trends

Jedes Viertel Jahr eine neue Kollektion, braucht eigentlich wirklich keiner. Oft, wenn ich shoppen bin, frage ich mich: Wer kauft das alles? Es sieht doch alles sooo ähnlich aus. Und hatten wir das nicht schon vor ein paar Jahren? Daher ist es gut zu sagen: „Hey, ich trage Sachen aus der letzten oder vorletzten Saison“. Anders kombiniert, sehen viele Sachen wie neu aus. Aber ich habe auch so meine Probleme mit diesem Trend und das hat mehrere Gründe.

Punkt 1: Es ist ein Trend. Trends verfliegen. Sie kommen und gehen. Es ist keine nachhaltige Einstellung. Es gibt viele BloggerInnen, welche sich schon seit Jahren für nachhaltige Mode aussprechen. Das betrieben sie damals, betreiben es heute und werden es vermutlich auch in Zukunft weiterhin vertreten. Doch es gibt auch genügend BloggerInnen der anderen Sorte. Diese, die seit Ewigkeiten jeden Tag komplett neue Outfits vorstellen, an denen kein Teil älter als 3 Monate ist. Und plötzlich ist Nachhaltigkeit in und man liest unter den Outfitbeschreibungen „Letzte Saison“ oder „Slow-Fashion“. Das finde ich schade, denn sobald dieser Hype wieder schwächer wird, werden auch wieder total neue Klamotten präsentiert und keiner traut sich mehr zuzugeben, dass Teile seines Outfittes schon vor etlichen Jahren in den Kleiderschrank eingezogen sind.

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Punkt 2: Es wird ja doch wieder zum Kaufen animiert. Ja. Es wird nicht aufgerufen: „Hey Leute, tragt die Klamotten, die ihr habt, euer Kleiderschrank platzt eh schon aus allen Nähten“. Nein. Es wird gesagt: „Hey Leute, shoppt jetzt Slow-Fashion bei Marke XY“. Oder: „Auf Internetseite soundso könnt ihr im Handumdrehen Secondhandware im Neuzustand kaufen.“ Kein Witz – genau das habe ich erst vor Kurzem gelesen. Ähm, da wurde doch was falsch verstanden, oder? Ging es nicht um Nachhaltigkeit? Darum sein eigenes, übermäßiges Konsumbedürfnis einzuschränken und nicht schon wieder etwas Neues zu kaufen?

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Warum ist Slow-Fashion eigentlich sowas Tolles? Also mal ehrlich, ich weiß ja nicht, wie die Gewohnheiten anderer Modeliebhaber sind, aber ich betreibe dieses Slow-Fashion-Ding schon seit Jahrzehnten (ach, was red ich… JAHRHUNDERTEN!). Bevor ein Teil nicht zu Staub zerfällt, wird es zu Ende getragen. Wieso müssen wir extra einen Trend erschaffen, damit unsere Klamotten es länger als ein Halbjahr in unserem Kleiderschrank aushalten? Okay, ich bin natürlich auch nicht ganz unschuldig. Ich shoppe für mein Leben gern und mein Kleiderschrank ist zum Bersten voll. Das liegt wahrscheinlich so in der Natur von uns Frauen, dass wir uns gerne einkleiden 😉 Aber ich hätte doch nicht gedacht, dass es so etwas Besonderes sein kann, wenn man seine Klamotten länger behält. Ich besitze einen Blazer, den habe ich schon seit 9 Jahren! Und der war von Orsay, also nicht super teuer oder unfassbar gut verarbeitet.

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2 kleine Tipps

Wer sich fragt, wie man so lange mit den gleichen Klamotten leben kann, für den habe ich 2 einfache Tipps. Zum Einem: Seid Basic-Bitches! (Das ist noch so ein Ding: Ist das jetzt negativ gemeint, oder nur so ein Trend-Wort? Und warum sind Basics blöd? Ich komm da nicht mit.) Also was ich damit meine: Basics sind immer in, deswegen sind es ja Basics. Kauft euch welche und tragt sie bis sie Löcher haben. Mal ehrlich: Es merkt wirklich NIEMAND aus welcher Kollektion euer weißes Top stammt, denn sie sehen alle gleich aus. Also perfekt, um sie etliche Jahre im Kleiderschrank zu behalten.

Tipp Nummer 2: Geht sorgsam mit euren Sachen um und wechselt sie ab. Wenn ihr eh schon viele Klamotten besitzt, dann zieht sie ALLE an. Also nicht gleichzeitig. Macht euch ein Hobby draus, nicht ganz so geliebte Teile so zu kombinieren, dass sie wieder aussehen wie neu. Dann werden die liebsten Klamotten nicht so schnell hin und ihr braucht auch nicht wieder Neues zu kaufen.

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Trotz allem: Shoppen macht Spaß!

Und das ist auch gut so. Shoppt und macht euch glücklich, keiner will euch vom Gegenteil überzeugen. 🙂 Ich liebe shoppen und werde es auch weiterhin gerne tun. Das Outfit, welches ihr sehen könnt, ist eine Kombination aus Fast Fashion, Slow Fashion und Very very Slow Fashion. Denn die Hose, welche ich euch schon in meinem Post New In präsentiert habe, ist aus der Sommerkollektion von H&M. Das Top habe ich von einer Freundin, die es nicht mehr wollte. Und jetzt haltet euch fest: Schuhe und Handtasche sind von meiner Großmutter. Jep. In ihren besten Jahren getragen und bis heute überdauert. Und nun in der 3. Generation in Gebrauch. Na das nenne ich mal really slow Fashion.

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So meine Lieben, ich hoffe ich konnte euch ein bisschen inspirieren und ein paar Denkanstöße geben. Lasst mir gerne eure Meinung zu diesem Thema da 🙂

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Love ♥ Dorie

 

27 Comments

  • [Gedanken] Fast Fashion vs. Slow Fashion | [Outfit] Mantel mit Fischgrätenmuster – coffeejunkyjules März 13, 2017 at 12:25 pm

    […] diesem Thema kann ich euch den Beitrag der lieben Dori ans Herz legen – hier geht’s zum […]

    Reply
  • arenevplier Januar 27, 2017 at 10:21 pm

    Love this one – i am also a basic bitch <3 love it love it love it !! Orsay Blazer …hihihihihih 😉 i am one of those "Opfer"

    Reply
  • Iris B. November 29, 2016 at 1:12 pm

    Slow-Food, Slow-Travel und jetzt Slow-Fashion … Ich kann dir nur zustimmen in dem was du schreibst.
    Schon fast bizzar finde ich es, dass die meisten sofort wieder übertreiben müssen, keine gesunde Mitte finden können und in der nächsten Saison, beim nächsten Trend, dann wieder voll und ganz dabei sind. Ich finde es gut so wie du es machst, zu mischen.
    Und auch wenn Kleidertauschparties und Portale wie Kleiderkreisel, oder eben auch DIY vielleicht bald wieder deutlich weniger Begeisterung finden, so sind es doch noch tolle Sachen. Immerhin, irgendwann will man neue Sachen, und so werden die Teile nicht weggeschmissen, sondern aufs einfachste wiederverwertet. Toll!

    Liebe Grüße, Iris

    Reply
    • dorie November 29, 2016 at 1:43 pm

      Danke für deinen netten und wahren Kommentar 🙂 da stimmen wir ja offenbar überein!

      Reply
  • Corinna November 20, 2016 at 8:36 pm

    Hallo Dorie,
    ein schöner Beitrag und vor allem find ich’s top, dass du auch super slow Fashion von deiner Oma umsetzt! 😉 Also einer dieser „nachhaltigen Blogger“ stimme ich dir insofern zu, dass nur zum Konsum zu animieren auf jeden Fall der falsche Weg ist – aber nachhaltige Marken zu unterstützen macht auf jeden Fall mehr Sinn, als bei H&M oder Primark einzukaufen. Ich würde dir den Film The True Cost sehr ans Herz legen oder hast du den schon mal gesehen? Und ich freu mich natürlich sehr, wenn du mal bei mir vorbeischaust, ich hab übrigens genau zum Thema Konsum und Mode vor Kurzem einen Post geschrieben: http://www.kissenundkarma.de/2016/10/nachhaltiger-konsum.html
    Liebe Grüße
    Corinna
    http://www.kissenundkarma.de

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    • dorie November 21, 2016 at 11:43 am

      Hey Corinna,
      Da stimme ich dir natürlich zu, dass es der beste Weg ist ganz nachhaltig einzukaufen, anstatt die Ketten zu unterstützen. Aber nicht jeder kann und will sich so schnell umstellen. Und wenn man dann bei Ketten kauft, dann sollte man zumindest die Teile auch entsprechend lange tragen, denn auch damit ist der Konsum schon etwas eingeschränkt. Ich werde mir diesen Film auf jeden Fall ansehen, danke für den Tipp 🙂
      Liebe Grüße!

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  • Aktiv mit Kindern November 12, 2016 at 8:50 pm

    Ein schöner Beitrag mit wahren Worten. Und Schuhe + Handtsche sind wirklich toll! 🙂
    Liebe Grüße, Lisa

    Reply
    • dorie November 13, 2016 at 12:29 pm

      Danke dir 🙂 Ich werde es meiner Oma ausrichten ;D
      Schönen Sonntag wünsche ich dir!

      Reply
  • Samira Oktober 18, 2016 at 10:42 pm

    Toller und inspirierender Beitrag👌

    Reply
    • dorie Oktober 19, 2016 at 6:29 am

      Danke dir 🙂

      Reply
  • andreaandcoco Oktober 9, 2016 at 11:33 am

    OMG wie genial sind die Schuhe und die Tasche! Ich wünschte ich hätte solche Stücke aus der Familie! Ich bin ein großer Fan von Lieblingsteilen und Vintage! Finde es auch schlimm und schade dass manche Blogger Sachen wirklich nur einmal tragen…aber denen folge ich ehrlich gesagt dann nicht lange weil ichs langweilig finde… Toller Post <3

    Reply
    • dorie Oktober 10, 2016 at 6:47 am

      Vielen Dank ♡ ja, sowas ist schon toll, wird es zukünftig aber wahrscheinlich nicht mehr geben, weil alles viel zu früh zerfällt 🙁
      LG

      Reply
  • fashiontipp September 28, 2016 at 5:03 am

    eine sehr schöne Kombination! Vor allem die Hose finde ich echt cool!
    LG,
    Marina
    http://fashiontipp.com

    Reply
    • dorie September 28, 2016 at 6:20 am

      Danke dir 🙂

      Reply
  • janined99 September 26, 2016 at 5:35 pm

    Hey! 1. super schönes Outfit!
    2. dein Beitag ist sehr war, ich stimme dir da zu! Ich meine einerseits ist man immer süchtig nach mehr und was werden sich wohl die Designer jetzt SCHON wieder für Ihre neue Kollektion einfallen lassen?…. Aber andererseits kommt ja eh alles wieder, die Seventies sind auf einmal wieder in und man kann dann auch genauso gut Kleidung und Accessoires behalten falls Sie noch in einwandfreiem Zustand sind! Auch ich besitze sehr edle Taschen noch von meiner Oma und Mutter, vieles wird über Generationen vererbt und ist einfach noch wunderschön und es kommt sogar wieder in den Trend also ist Slow fashion auf jeden Fall sinnvoll! Ich finde so ein Misch aus beiden nicht schlecht, man kann ja Basics solange tragen bis es nicht mehr geht, gute Vintagestücke auf jeden Faöl aufheben und dann auch immer mal wieder neue schöne Dinge kaufen ( da die allermeisten wie ich eine riesige Shoppingfreude haben!! Und es frischt den Kleiderschrank schön auf!:))
    Freue mich schon deinen Blog weiter zu erkunden:) Alles Liebe

    Reply
    • dorie September 26, 2016 at 6:27 pm

      Danke für den tollen Kommentar 🙂 ja ich sehe das genauso! Das einzige Problem ist, dass viele Dinge heute nicht mehr die Qualität haben, die sie früher hatten, eben DAMIT man mehr kauft. Ich habe eine sehr schöne h&m clutch aber die löst sich gerade mal nach 4 jahren auf. Meine Enkelin wird die wohl nicht mehr tragen können 🙁 da muss man heutzutage wohl wirklich mehr investieren, solls ein bisschen was taugen!
      Aber ich mache das genauso wie du 🙂
      Liebe Grüße!

      Reply
  • misssuzieloves September 25, 2016 at 2:51 pm

    Was für ein genialer Blogpost!! Du hast mich sehr unterhalten und ich stimme dir absolut zu: Mit Basics kombiniert spart man sich schon 50% an Investitionen (freut nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die konsumgeile Umwelt).

    Auch wenn ich ein Shopaholic aus Leidenschaft bin, setze ich weniger auf neumodische Trendteile, die womöglich nach 6 Monaten wieder „out“ sind, sondern auf Teile die nicht nur solide verarbeitet sind, sondern an denen ich mich nicht so schnell satt sehe.

    Viele Grüße,
    Susa

    http://www.misssuzieloves.de
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    PS: Im Übrigen musste ich angesichts des Wortes „Basic Bitches“ lachen! 😀

    Reply
    • dorie September 25, 2016 at 9:07 pm

      Danke für das große Lob 🙂 Freut mich sehr! Ich finde auch, dass man sich durchaus ausgefallene Teile auch kaufen kann, die dann aber dann eben, wie du sagst, solide sind. Ansonsten sieht ja eh jeder irgendwann gleich aus!
      Herzliche Grüße 🙂

      Reply
  • wasmachstdueigentlichso September 24, 2016 at 3:57 pm

    Ha, endlich bin ich mal im Trend. Da es mit etwas über 1,80 Höhe (und vor allem langen Gliedmaßen) nicht so leicht ist mit dem Shoppen, trage ich wirklich alles, bis es zerfallen ist. Ich kann mir schon vorstellen, dass es total verführerisch ist, wenn man schöne Teile einfach so kaufen kann. Bei mir ist extrem Auslese, denn Hochwasser und so gehen gar nicht.
    Dein Outfit finde ich sehr schön, gelungene Kombination.
    Viele Grüße, Ilka

    Reply
  • batcberlin September 23, 2016 at 5:05 pm

    Was für ein toller Beitrag!
    Klar, wir sind alle Fashion Victims – aber Basics können uns (bei guter Pflege) jahrelang begleiten – und das sollten wir auch nutzen 🙂
    Weiter so – ich freue mich auf den nächsten Post von Dir!

    Reply
    • dorie September 23, 2016 at 5:09 pm

      Danke für den lieben Kommentar 🙂 ja, das sehe ich eben auch so 🙂

      Reply
  • anjage September 21, 2016 at 11:07 pm

    Love the pants <333

    Reply
    • dorie September 22, 2016 at 6:13 am

      Thanks 🙂 😘

      Reply
  • smajlispassion September 19, 2016 at 11:14 pm

    Ich finde auch das man es immer ein wenig übertreiben kann, muss ich Slow-Fashion jetzt nachmachen nur weil es in aller Munde ist ? Vielleicht kaufe ich mir ein schönes Teil und dann lange Zeit wieder nichts. Ich glaube egal wie man es macht es gibt Leute die es gut finden und dann welche die auch an diesem Trend was zu meckern haben. Dein Beitrag ist wirklich toll und die Bilder sind super. I love the Pans *_*
    Liebst Mel
    https://smajlispassion.wordpress.com

    Reply
    • dorie September 20, 2016 at 6:38 am

      Ja, das stimmt total 🙂 vielen Dank für deinen lieben Kommentar!

      Reply
  • Olga C. September 19, 2016 at 6:07 pm

    Ich stehe total auf die Hose! Bist so schön 🙂
    Grüßle aus Stuttgart

    Reply
    • dorie September 19, 2016 at 6:11 pm

      Danke liebe Olga 🙂 💋

      Reply

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