Living in Italy Part 2

Italy Review Part 2- Living in Italy

Posted: Februar 14, 2017 by Dorie

(English version below)

In meinem letzten Italienrückblick habe ich ja viel über den Winter und Weihnachten in Italien erzählt. Klar, das Wetter ist immer ein großes Thema. Aber wie lebt es sich denn eigentlich so unter den Einheimischen?

An sich unterscheidet sich der Alltag der Menschen dort nicht großartig von unserem. Ist ja auch quasi um die Ecke, war also zu erwarten. Arbeit, zu Stoßzeiten einkaufen, am Wochenende bummeln gehen. Aber es gibt doch ein paar Kleinigkeiten, welche sich zu unserem klassischen Alltag unterscheiden.

Morgen-Meeting im Café

Cappuccinpo

Die Cafés sind in der Früh immer voll. Einen Kaffee noch auf dem Weg zur Arbeit im kurzen Gespräch mit anderen runterkippen? Nee, dafür haben wir Deutsche (oder deutschsprachige – ich finde es so schwierig die Österreicher einzuschließen, ohne sie unter den Tisch zu kehren) keine Zeit. Da werden höchstens die belegten Brote für das Frühstück im Büro oder der Coffee to Go eingepackt und weiter geht’s im Schweinsgalopp. Die Italiener genießen jedoch ihren kleinen Espresso am Morgen. Da wird sich an die Bar gestellt und mit dem Kellner ein bisschen die aktuelle Lage bequatscht. Vielleicht gibt es noch ein leckeres Gebäck mit viel Puderzucker (das liebste Frühstück der Einheimischen) dazu und dann wird erst der Weg in die Arbeit fortgesetzt. Und eigentlich geht immer ein Kaffee. Auch nachmittags. Und natürlich nach dem Essen. Und abends wird der Kaffee dann eben gegen einen Aperol getauscht.
Ich habe die Aufenthalte in den italienischen Cafés geliebt und es ist immer wieder ein Highlight für mich. Offen gestanden, habe ich in der Früh vor der Arbeit keine Zeit dazu gehabt – typisch deutsch(-sprachig). Aber gerne am Wochenende. Da ist einfach Leben. Die Leute scheinen fröhlich. Oder zumindest sind sie keine Arbeitszombies, wie man es bei uns gerne sieht. Von wegen Schultern hoch und mit gesenkten Kopf zur S-Bahn hetzen. Viva la Vita! Oder so ähnlich.

Mein Highlight: Der Gemüsehändler

Das Einkaufen funktioniert eigentlich wie bei uns. Im Sommer haben die Supermärkte sogar bis 10 offen, aber je kälter es wird, desto früher machen sie zu. Und manchmal gibt es natürlich eine Siesta. Und auch sonntags wird gearbeitet. Wer braucht schon einen Ruhetag?!

Ansonsten gibt es teure und billige Ketten, die man eben kennen muss, es gibt Asia-Läden mit praktischen Schnickschnack und Delikatessen und es gibt – mein Highlight – viele Gemüsehändler. Diese sind verdammt gut. Und frisch. Und verdammt billig. Während man sich also im Supermarkt bei Obst und Gemüse dumm und deppert zahlt, wird beim Gemüsehändler einfach alles zusammen auf die Waage geworfen und nach Kilo berechnet. Egal, was du zusammengemischt hast. Außer vielleicht Avocados. Aber selbst die sind günstig. Und vor allem gibt es die grünen, glatten, welche viel besser schmecken und irgendwie immer reif waren. Nichts gegen unsere braunen Pickelheimer aus dem Supermarkt, bei denen die perfekte Reife wie ein 6er im Lotto ist. Und einen netten Plausch mit dem Verkäufer gibt es gratis dazu. Gut, bei mir hat sich der Plausch auf Ein „Hallo“ und „Wie geht’s“ beschränkt, da mein Italienisch nicht mehr hergab. Aber ansonsten…?!

Das Leben in der Trafik/ im Tabakwarenladen.

Das Leben spielt sich in der Trafik ab. Also im Tabakwarenladen. Sogenannte Tabacchi. Neben dem Üblichen wie Lose und natürlich Tabakwaren bekommt man dort auch alles andere. Die Fahrtkarten für den Bus. Die Aufladebons für das Handy. Den Wert für Wertmarken (deren Verrechnung ich nicht ganz verstanden habe, aber irgendwie gibt es dort ein Bon-System für vorrübergehende Arbeitsplätze) und sogar die Rechnungen (für Strom und Gas oder sowas?) kann man im Tabacchi bezahlen. Wenn man also mal was braucht und nicht weiß wohin oder woher: Im Zweifelsfall in den Tabacchi um die Ecke und man hat fast immer Glück.

Tabacchi in San Remo

Das Vorurteil über die öffentlichen Verkehrsmittel ist wahr

Die Öffentlichen fahren wirklich nicht. Also nicht wie sie sollen. Ein Grund, weshalb ich in der ganzen Zeit es nicht geschafft habe nach Dolce Aqua zu fahren. Der Bus kam einfach nicht. Verspätung hat sowieso alles. Aber der Bus kam einfach gar nicht. Und ich habe es an verschiedenen Tagen versucht. Solltet ihr in die Gegend kommen, dann nehmt euch auf jeden Fall ein Mietauto! Und wenn die Züge wegen Bauarbeiten nicht fahren, dann wird das nicht wochenlang vorher angekündigt. Sondern dir nett am Schalter mitgeteilt, wenn du bereits am Bahnhof stehst und zur Arbeit musst. Da steht kein Schild. Wirklich nirgendwo! Und wie lange die Bauarbeiten brauchen oder welche Züge dann wann fahren oder welche Ersatzbusse… ich glaube das wird gewürfelt. Oder durch Schnick-Schnack-Schnuck entschieden. Oder am Stand der Sterne. Ich weiß nicht, es ist irgendwie willkürlich. Und es scheint viel durch Flüsterpost verbreitet zu werden. Meine Italienisch Lehrerin hatte immer von allem einen Plan. „Das habe ich von einer Bekannten gehört“ – und es hat immer gestimmt.

Bar-Snacks – ein anderes Level

Die Snacks in den Bars sind einfach ein anderes Level als in Deutschland/Österreich (wenn man hier überhaupt welche bekommt). Denn diese sind oftmals legendär und haben das ein oder andere Abendessen bei uns ersetzt. Alkohol ist relativ teuer, was bedeutet, dass ein Aperol gerne 6€ kostet (was aber eigentlich auch nicht die Welt ist). Aber je nachdem wo man ist, bekommt man auch immer mehr oder minder gute Snacks dazu. KOSTENLOS. Wenn man Pech hat, bestehen diese nur aus Salzstangen und Chips. Die etwas glücklicheren bekommen kleine belegte Brote. Und wenn man weiß, wo man hin muss, dann bekommt man Plattenweise Fingerfood mit Würstchen im Schlafrock, kleinen Portionen Hähnchenreis, Oliven, Chicken Nuggets und viele Dinge, die ich nicht benennen kann aber meist aus Blätterteig und leckerer Füllung bestehen. Deutschland und Österreich: Nehmt euch ein Beispiel!! Bar Snacks Italy

So und eigentlich wollte ich an dieser Stelle euch noch ein paar Tipps zu San Remo geben, aber das wird schon wieder viel zu lang. Deswegen habe ich beschlossen am nächsten Travel Tuesday einen etwas weniger ausführlichen Beitrag zu gestalten, mehr Bildchen und dann ein paar Tipps, wo’s schön ist. Bis dahin: Genießt die Zeit 🙂

Love ♥ Eure Dorie

English Version

In my last Italy Review I told you a lot about the winter and christmas in Italy. Of course, the weather is always an important topic. But what is it like to live in Italy amongst the locals?

Generally speaking the everyday life in Italy doesn’t differ from the life in Germany or Austria. Work, grocery shopping during peak time, (window) shopping on the weekends. But there are some small differences between the lifes here and there.

Morning Meeting in the cafe

The cafes in the morning are always full with people. A short stop, smalltalk and a coffee in the morning before work? We German people (or germanspeaking people – how do I include the Austrians without calling them german?) do not have time for something like that. Sandwiches for the breakfast or a fast Coffee to go – okay. But really staying there? Too busy! But the Italians love their Espresso in the morning, chitchatting with the waiter and maybe also a pastry with a lot of icing sugar, what they looove. So they live the slogan „But first Coffee“ and afterwards they continue their way to work. Coffee in general is always possible. Also in the afternoon. And OF COURSE after lunch and dinner. Only in the evening the coffee is exchanged with Aperol.
I loved the mornings in the cafes. To be honest: I’ve just been there on weekends, because I hadn’t had time during the week – typically german (-speaking). But then it always has been a highlight. The people just seem to be happy. Or at least they are not those working-zombies like you see here all the time. No hunching the shoulders and almost running to the train. Viva la vita! Or something like that.

My personal Highlight: the greengrocer

Supermarkts are just working like in Germany. In summer some of them are open until 10 p.m. but the faster it’s getting dark outsite, the earlier they close. And they are also open on Sundays. Because, who needs a restday?! But except from this, it is quite similar. There are discounter and the more expensive ones.

There are Asia-shops, where you find everything you (don’t) need and there are – my highlight – a lot of greengrocers. They are really good. And fresh. And really cheap. While you are paying like millions for vegetables and fruits in the supermarket, the greengrocer just puts everything together on the scale and then you pay for kilo! No matter what you all mixed together. Except for Avocados. But also they are cheap. And they have the green, smooth ones, not the brown, abrasive ones. They are so much better and always ready to eat, not like here, where it is written on it, but it is always like winning the lottery. And there is also always a nice small chat with the seller inclusive. Well, my chatting was just a „hello“ and „How are you„, because I wasn’t able to speak more in Italian, but still counts.

The Life in the tobacconist’s

In life the tobacconist’s plays an important role. It is called Tabacchi and there you get everything, besides from lottery tickets and of course tobacco goods. You get also the ticket for the bus there. And the bon to charge your mobile phone (with money – how do I say it in english??). But you get also the money for the tokens there (they have a strange system, which I don’t get, where you get tokens instead of money for some jobs, and then you get the money in the Tabacchi). And you can even pay your bills there. So if you do not know where to get something, just go to the Tabacchi and you will get help there very likely.

The Prejudice about the public transport is true!

They are really as that chaotic as everybody thinks. They are not going. Or at least not, when they should. That’s the reason why I didn’t make it to Dolce Acqua in 4 months! I tried it on more then one day, but the bus never showed up. So if you ever come to this area – rent a car! And if the train is not going because of construction work , then there is no sign weeks before, where you’ve been informed. No, you will be informed the moment you are at the trainstation, waiting for your train on your way to work. There is really no sign. Nowhere. And when the trains are going again, or when the construction work is finished or when the compensatorybus is going… nobody knows. I think it is decided by dicing or how the stars are on the sky or something magical. I don’t know. And I think a lot of information you just get by mouth from a friend. Because my Italian teacher always knew everything. „A friend told me“, and it was always right.

Bar-Snacks – a whole different level

The snacks in the bars are legendary! One or another dinner was replaced by them. It is not like in Germany / Austria, where you just pay for the drink. Alcohol ist a little bit more expensive then here, so you may pay about 6€ for an Aperol Sprizz (what is still okay). But you also get some snacks with the drink FOR FREE. It depends where you are: If you have bad luck you just get slatsticks and chips. But if you are a little more lucky, you get small sanndwiches. And if you know, where to go, you get so much delicious food, like kilted sausages, small portions of chicken rice, olives, chicken nuggets and a lot of things I don’t know what they are called but are all with flaky pastry and damn tasty. Germany and Austria: Follow Italy`s example (at least regarding this)!

So and now I wanted to give you Tips about San Remo but it is already so long again that I decided to make another post on another Travel Tuesday with more pictures and less text and some tipps. So until then: Have a good week!

Love ♥ Dorie

No Comments

  • Luana Niedermoser März 10, 2017 at 8:44 pm

    Liebe Dorie,
    danke für deinen ausführlichen Post! Ich liebe es über andere Länder und Kulturen zu hören 🙂
    Ich wünsche dir ein wunderschönes Wochenende!

    XOXO Luana
    https://luananiedermoser.com

    Reply
    • dorie März 11, 2017 at 2:50 pm

      Das freut mich sehr Luana 🙂 Ich wünnsche dir auch ein wunderbares Wochenende!

      Reply
  • scarlettheredsite Februar 23, 2017 at 9:22 am

    Heyhey 🙂 Interessanter Artikel! Jetzt verspüre ich doch glatt Sehnsucht auch einmal nach Italien zu fahren… 🙂

    Reply
  • Tips around San Remo – the dorie Februar 21, 2017 at 7:41 pm

    […] es wie versprochen den letzten Teil meines Italien-Rückblicks (hier geht’s zu Part 1 und 2). Und da man so nach 4 Monaten doch einige Ecken kennen gelernt hat, dachte ich mir, dass ich sie […]

    Reply
  • Sandritasol Februar 17, 2017 at 8:41 pm

    Das klingt so interessant und mal Italien aus einer anderen Perspektive gesehen! Ich habe noch gar nichts von den Vorurteilen gegenüber dem Verkehr gehört 😛 aber das es so schlimm ist, hätte ich gar nicht gedacht! Schade, dass du da solche Erfahrungen machen musstest, aber danke für den Tipp! Wenn ich dort mal sein sollte, nehme ich mir ein Mietauto 😛

    Ich finde es auch toll, dass diese Review ganz anders geschrieben ist, als dein letzter Teil! Super interessante Infos, die mich persönlich auch total interessieren. Besonders das mit den Snacks – super interessant! Und es sieht so unfassbar lecker aus!

    Ich wünsche dir einen wundervollen Freitagabend! Lass es dir gut gehen 🙂

    Liebe Grüße,
    Sandra von https://sandritasol.wordpress.com <3

    Reply
  • Sarah Februar 15, 2017 at 1:54 pm

    Hey Dorie,
    interessanter Einblick! Das mit den Snacks klingt ja wirklich super. Und diese italienische Ruhe am Morgen hätte ich auch gerne mal! 😄
    Liebe Grüße
    Sarah | https://nimm-s.com

    Reply
    • dorie Februar 16, 2017 at 5:49 pm

      Ich hab sie mir auch nich aneignen können. Diese Ruhe liegt da wohl im Blut 😀
      Liebe Grüße!

      Reply
  • coffeejunkyjules Februar 15, 2017 at 1:41 pm

    Hallo Dorie,
    ist ja witzig dass das Klischee mit den Öffis zutrifft. Naja irgendwoher müssen die Vorurteile ja kommen, gell 😉 ?! Meiner Meinung nach typisch Südländer weil die einfach solala sind. Weiß grad nicht wie ich das am besten schreiben soll, mit solala mein ich eben dass wir in AT oder ihr in DE alles relativ ernst nehmen, brav arbeiten und alles sehr genau nehmen und die Südländer machen einfach mal 3 Stunden Mittag, der Bus kommt einfach nicht and so on. Denen is oft viel wurscht glaub ich x) … aus beruflicher Erfahrung gesprochen lol …
    PS: die Snacks sehen ja genialst lecker aus *sabber*
    Ich wünsch dir noch nen schönen Tag!
    Ganz liebe Grüße, Jula
    http://coffeejunkyjules.com

    Reply
    • dorie Februar 16, 2017 at 5:48 pm

      Ja das stimmt, an so manchem Vorurteil ist doch was dran 😀 Ich weiß voll, was du mit solala meinst. Das sehe ich genauso. Es ist einfach eine etwas andere Mentalität. Einmal haben Bauarbeiter um 12:00 Mitternacht das Presslufthämmern auf der Straße angefangen. Direkt vorm Haus. In Deutschland wäre da die Hölle los gewesen, aber da haben sie nicht mal aus dem Fenster geschaut 😀
      Und ja, die Snacks sind der Wahnsinn!
      Ein schönes Wochenende wünsch ich schon mal 🙂
      Liebe Grüße!

      Reply
  • colorfulcurves Februar 14, 2017 at 8:11 pm

    Toller Bericht liebe Dorie, das macht doch gleich Lust auf nen Aufenthalt in Italien 😍 Danke für diesen (wieder mal) genialen Post.

    Sandra

    Reply
    • dorie Februar 15, 2017 at 7:49 pm

      Danke liebe Sandra 🙂 vielleicht kommst du ja bald wieder in diese Regionen 🙂 dann trink einen Kaffee im Cafe für mich mit 😀

      Reply

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