Neuseeland mit dem Mietwagen

Neuseeland mit dem Mietwagen – der ultimative Guide

Posted: Februar 29, 2020 by Dorie

Das wilde und freie Leben im Auto. Viele träumen davon Neuseeland mit dem Mietwagen zu erkunden. Auch ich habe mir diesen Wunsch erfüllt und bereits über das Leben im Auto berichtet. Mit diesem Guide will ich dir alle Tipps zur Hand geben, die du brauchst, um Neuseeland mit dem Mietwagen zu erkunden.

Vorbereitungen

Neuseeland: Auto mieten oder kaufen?

Wenn du Neuseeland per Auto erkunden willst, stellt sich natürlich als erstes die essenzielle Frage, ob du ein Auto mieten oder doch lieber gleich kaufen solltest. Für beide Varianten gibt es mehr als genug Angebot und beides hat seine Vor- und Nachteile. Hier ein kleiner Vergleich.

Auto in Neuseeland kaufen

Die Anfangskosten sind hier höher, doch solltest du längere Zeit im Land verbringen, lohnt sich die Investition schnell. Für den Autokauf gibt es eine Vielzahl an Facebook-Gruppen (bspw. Backerpackerboard), in denen du relativ schnell fündig wirst. Hier findest du eine große Auswahl an gebrauchten Autos und Camper Vans, viele bereits voll ausgestattet. Die Ummeldung geht relativ schnell bei jedem Postamt (Käufer und Verkäufer) und eine Versicherung ist in Neuseeland nicht mal verpflichtend. Trotzdem würde ich eine abschließen – das kannst du online erledigen. Und schon bist du startklar. Nach deinem Trip kannst du dein Auto auch genauso easy wieder online verkaufen und wenn du Glück hast sogar mit Plus raus gehen.

Viele weitere und umfangreiche Tipps zum Autokauf findest du bei Deutsche Kiwis.

Auch die Teilzeit-Nomadin hat viele hilfreiche Tipps zum Kauf und Verkauf von Autos in Neuseeland.

Eine gute Übersicht über mögliche Versicherungen gibt Kiwi Quest .

Neuseeland mit dem Mietwagen

Wenn du nicht so lange Zeit hast und dir den Aufwand von Kauf und Verkauf sparen willst, dann bietet es sich an Neuseeland mit dem Mietwagen zu erkunden. Dafür gibt es zahlreiche Anbieter. Wir haben unseren Mietwagen über. billiger-mietwagen gefunden. Der Vorteil beim Mieten ist auch, dass du garantiert ein funktionstüchtiges Auto erhältst und dich nicht um viel kümmern musst. Bei einer längeren Reise übersteigen die Mietkosten aber schnell den Kaufpreis, also kalkuliert hier gründlich. Gerade für einen Roadtrip empfehle ich euch mindestens einen SUV zu mieten, da man mit kleineren Autos schnell auf den Pisten abseits der Highways hängen bleibt. Spart also nicht am falschen Ende.

Ein Auto mieten in Neuseeland ab 18?

Du kannst auch mit 18 ein Auto mieten, viele (wenn nicht sogar alle seriösen) Anbieter berechnen aber eine deutlich höhere Gebühr, wenn du unter 25 Jahre alt bist. Damit wollen sie sich absichern, weil dir in dem Alter noch entsprechende Fahrerfahrung fehlt. Solltest du also jünger sein, macht es eher Sinn ein Auto zu kaufen.

Braucht man einen internationalen Führerschein, um in Neuseeland ein Auto zu mieten?

Jaein. Mal wird nach dem internationalen Führerschein gefragt, mal geben sie sich mit der normalen europäischen Checkkarte zufrieden. Jeder Vermieter handhabt das unterschiedlich, deswegen macht es Sinn einen dabei zu haben. Den internationalen Führerschein bekommst du recht schnell bei ADAC oder ÖAMTC gegen Entgelt. Dabei ist es nicht wirklich wichtig, für welches Land du ihn dir ausstellen lässt. Meiner war eigentlich für die USA, wurde aber in Neuseeland genauso akzeptiert.

Tipps zu Mietwagen in Neuseeland

Nicht nur in Neuseeland, sondern generell gibt es ein paar Dinge bei der Automietung zu beachten. Für einen Roadtrip ist es super wichtig, dass du deinen Mietwagen ohne Selbstbeteiligung mit Vollkasko versicherst. Das heißt, dass du den Wagen quasi zu Schrott fahren kannst und nicht zur Kasse gebeten wirst. Hier auch ganz genau das Kleingedruckte lesen, bzw. bspw. bei billiger-mietwagen darauf achten, dass eine Unterbodenversicherung mit dabei ist. Tritt ein Schadensfall ein und ihr habt die Versicherung über Drittanbieter abgeschlossen (wie eben direkt bei billiger-mietwagen), müsst ihr eine gewisse Summe selbst vorstrecken und dann bei der Versicherung einreichen. Das hat den Nachteil, dass die Abwicklung wesentlich länger dauert und du auf dein Geld warten musst. Dafür bist du aber bei einer seriösen, deutschen Versicherung und hast deutsche Ansprechpartner. Wäge also von Anfang an ab, ob du lieber alles unkompliziert zusammen buchst, oder die Versicherung dann vor Ort beim Mietwagenanbieter abschließt.

Etwas, was bei den Kosten ebenfalls berücksichtigt werden muss, ist die Kaution. Diese liegt generell bei 200 NZD und wird bei Abholung von der Kreditkarte blockiert. Die Rückzahlung der Kaution kann ganz schön lange Zeit in Anspruch nehmen, da sich die Mietwagenfirmen einige Pufferzeit lassen, um zu sehen, ob noch Strafzettel ins Haus flattern. Werden diese nämlich nicht von dir bezahlt, bekommt die Mietwagenfirma die Mahnung und begleicht diese von deiner Kaution.

Egal, ob du das Auto kaufst oder dir in Neuseeland einen Mietwagen nimmst, vergiss nicht in deine Kostenkalkulation die Tankkosten mit einzuberechnen. Vor allem ein SUV schluckt mehr Sprit, als einem lieb sein mag.

Alternativen zu beiden Optionen

Wer die Route gegen die normale Flussrichtung von Norden nach Süden unternimmt, hat gute Chancen einen Rückführungsdeal zu bekommen. Sprich auf der Route von Queenstown nach Auckland werden häufig Menschen gesucht, die die Camper Vans und Autos zurück zu ihren Ausgangspunkten bringen. Der Nachteil ist, dass du nur eine begrenzte Anzahl an Tagen hast, um die Strecke zurück zu legen, dafür ist der Mietpreis lächerlich niedrig.

Man kann Neuseeland auch ganz ohne Auto erkunden und auf Anbieter wie Kiwi Experience zurückgreifen. Hier werden lauter junge Menschen (und hier und da auch mal ein älteres Semester) in einen Bus gesteckt und durch ganz Neuseeland kutschiert. Neben der Hop-on-hop-off Möglichkeit bekommst du auch Informationen zur Hand und findest sehr schnell Anschluss. Lohnt sich hauptsächlich für Alleinreisende, denen die finanziellen Bürden eines Autos zu hoch sind (weil nicht teilbar) und gerne unter Menschen sind.

Unterwegs mit dem Mietwagen in Neuseeland

Tanken in Neuseeland

Wenn du in neuseeländischen Landschaften unterwegs bist, kannst du nicht davon ausgehen an jeder Ecke eine Tankstelle zu finden. Sei deswegen achtsam und tanke immer rechtzeitig, denn es kann gut sein, dass du für Stunden durch die Landschaft düst, ohne eine Tankmöglichkeit zu finden. Es gibt einige Selbstbedienungstankstellen, doch diesen ist nicht immer zu trauen. Uns wurde einmal ein viel zu hoher Betrag abgebucht und es gibt kaum eine Möglichkeit das Geld zurück zu fordern, da man keinen Kassenbon bekommt und nicht beweisen kann, wie viel man tatsächlich getankt hat. Wenn es sich also einrichten lässt, verwendet klassische Tankstellen mit Tankwart.

Linksverkehr

In Neuseeland herrscht Linkverkehr. Man gewöhnt sich relativ schnell daran, aber gerade am Anfang ist die Umstellung schwierig. Nicht nur, dass du auf der „falschen“ Seite fahren musst, auch Blinker und Scheibenwischer sind vertauscht. Nimm dir also genug Zeit, um dich an den Linkverkehr zu gewöhnen und mach gerade am Anfang ein bisschen langsamer.

Tiere auf der Fahrbahn

Auch ein Grund langsamer zu fahren, sind die Tiere, die gerne mal auf die Fahrbahn springen. Vor allem in der Dämmerung und nachts tummeln sich Wallabys, Possums und Kaninchen in rauen Mengen am Fahrbahnrand und überqueren gerne auch mal unvorhersehbar die Straße. Wer sich also nicht das nächste Säugetier vom Kühler kratzen will, sollte die Augen offenhalten und bremsbereit sein. An vielen Orten konnten wir nachts nicht schneller als 30 km/h fahren, weil wir sonst keine Chance gehabt hätten rechtzeitig zu bremsen (es gibt nämlich auch keine Straßenbeleuchtung).

Strecken in Neuseeland

Die Strecken in Neuseeland sind leicht zu unterschätzen. Wenn du deine Route planst, gib immer die Strecke auch in Google Maps ein und checke, ob es möglich ist so zu fahren und wie lange das dauert. Ein gutes Beispiel ist die Strecke zwischen Franz Josef Gletscher und dem Mount Cook Nationalpark. Beides liegt zwar direkt nebeneinander, aber da es keine Passstraße oder Tunnels gibt, bleibt dir nichts anderes übrig, als einen riesigen Umweg zu fahren. Wir sind in einem 2-Tagestrip dann vom Franz-Josef-Gletscher über den Arthurs Pass und Christchurch nach Lake Tekapo gefahren. Und das, obwohl es auf der Karte nebeneinander liegt.

Übersetzen mit der Fähre

Wenn du von der Nord- auf die Südinsel willst (oder anders herum), dann musst du die Fähre zwischen Wellington und Picton benutzen. Es ist zwar vom Tagespreis her billiger, wenn du dir ein Auto für längere Zeit am Stück nimmst, aber solltest du mit dem Mietwagen übersetzen wollen, musst du über 200 NZD für das Fährticket blechen. Unsere Lösung war dementsprechend den Mietwagen in Wellington zurück zu geben und uns in Picton einen neuen anzumieten.

Offline-Karten

Nicht jeder Landstrich ist bewohnt und dementsprechend ist auch die Handynetzabdeckung eher löchrig. Das heißt selbst wenn du dir eine Sim-Karte mit mobilem Internet geholt hast, stelle sicher, dass du dir das Google Maps Kartenmaterial vor Aufbruch runterlädst, damit dein Navi auch immer funktioniert.

Unsere Rute durch Neuseeland

Nordinsel

Unsere Route führte uns von Auckland nach Hobbiton und im Anschluss nach Wai-o-Taupo und weiter zu den Glowworm-Caves. Anschließend sind weiter Richtung Tongariro Nationalpark. Unsere Route endete nach 5 Tagen. Wir waren schneller unterwegs, als das gewöhnlich der Fall ist, da wir uns gegen einige Sehenswürdigkeiten entschieden haben.

Südinsel

Die Landschaft der Südinsel ist meiner Meinung nach noch wesentlich beeindruckender, weshalb es sich lohnt hier mehr Zeit einzuplanen. Unseren Trip haben wir in Picton gestartet und sind über die Buller George Swing Bridge an die Westküste gefahren. Hier waren die Seehund-Kolonie und die Pancake Rocks unser angestrebtes Ziel. Weiter ging es zum Franz-Josef Gletscher und dann über den Arthurs Pass nach Christchurch.

Unser nächster und längster Stopp war schließlich Lake Tekapo bzw. Lake Pukaki und der Mount Cook Nationalpark. Von hier ging es weiter südlich über Wanaka bis nach Queenstown, wo wir den Road-Trip Teil der Reise beendeten.

Die Südinsel hat so unglaublich viel zu bieten, dass du hier wirklich einiges an Zeit einplanen solltest. Ist diese wie bei uns begrenzt, dann suche dir die für dich wichtigsten Sehenswürdigkeiten heraus.

Leben im Auto

Nach fast 4 Wochen on the Road haben wir einiges an Erfahrung sammeln können, was das Leben im Auto betrifft. Um Kosten zu sparen, haben wir es nämlich auch als Unterkunft genutzt. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten.

In Neuseeland ein Auto mieten – und übernachten?

Nachts im Auto schlafen, ist in Neuseeland eine kleine Herausforderung, da wildes Camping in vielen Bereichen streng geahndet wird (selbst ausprobiert). Dabei ist es oftmals nicht durchsichtig, wo das Parken – und übernachten – gestattet ist und wo nicht. Hinzu kommt, dass viele Parkplätze für „Self-Contained Vehicles only“ sind, das bedeutet, dass man mit einem normalen Auto dort nicht parken darf. Mach nicht den Fehler und stell dich einfach neben diese Parkzonen, denn hier wird besonders gründlich kontrolliert.

Am sichersten ist es, wenn du dich auf einen günstigen Campingplatz stellst, der für alle gedacht ist. Diese findest du am einfachsten über diverse Apps – wir haben Camper Mate verwendet. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich lieber ein bisschen Gebühr zu zahlen, als einen Strafzettel zu kassieren. Wenn sich mal kein Campingplatz finden lässt, kann man oftmals bis zum Ladenschluss warten und dann sich auf einen Besucherparkplatz stellen (außer es steht ausdrücklich dort, dass man das nicht darf). Wir haben das mehrere Male gemacht und immer recht früh einen Wecker gestellt, um vor dem ersten Personal wieder wach zu sein und die „Spuren“ der Übernachtung verschwinden zu lassen. Wie legal das ist, kann ich ehrlich gesagt nicht sagen, hat für uns aber immer sehr gut funktioniert.

Ausstattung für deinen Mietwagen in Neuseeland

Ein paar Kleinigkeiten sind auf jeden Fall überlebenswichtig, wenn man längere Zeit im Auto verbringen will. Dazu zählten bei uns mehrere Decken, um die kalten Nächte zu überleben. Außerdem war unser 12V-Wasserkocher für den Zigarettenanzünder im Dauereinsatz. Egal, ob Kaffee, Porridge oder Instantnudeln – mit den Wasserkocher kann man sich relativ gut über Wasser halten. Wiederverwendbare Schüsseln und Besteck und du bist wunderbar ausgestattet. Erstaunlich wie kreativ man auch in der Kulinarik wird, wenn man es aufs Nötigste reduzieren muss.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil waren meine Baby Wipes, die ich nicht nur zum Erfrischen meines Gesichts verwendet habe, sondern mit denen man auch mal das Geschirr sauber machen oder einen Fleck aus der Hose schrubben konnte. Apropos Wipes – eine Rolle Klopapier ist unverzichtbar.

Und was auch immer du findest – in unserem Fall waren es unsere Packing Cubes – schau, dass du etwas zum Auskleiden vom Fußraum zur Hand hast. Hier zieht nachts nämlich die meiste Kälte hoch.

Hast du noch mehr Tipps für einen Road Trip durch Neuseeland? Dann schreib es mir in die Kommentare. Ansonsten freue ich mich immer über deine Unterstützung – teilen, liken und was es sonst noch gibt.

Leben im Auto

2 Comments

  • Tom Februar 29, 2020 at 9:00 am

    WOW, das eingangs Foto ist ja spacig. Sehr schöner und interessanter Beitrag. So langsam macht sich sowas wie Reiselust breit. Danke!

    Reply
    • Dorie März 4, 2020 at 6:02 pm

      Dankeschön für den lieben Kommentar 🙂

      Reply

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