Sanremo Tipps: Altstadt, Meer, Essen & Ausflüge an der Riviera
Sanremo ist einer dieser Orte an der italienischen Riviera, die man leicht unterschätzt. Nicht so glamourös wie Monaco, nicht so offensichtlich schön wie Nizza, nicht so postkartig wie manche Dörfer an der Küste. Aber Sanremo hat Meer, Altstadt, gutes Essen, einen tollen Radweg und diese leicht verblasste Riviera-Eleganz, die ich sehr mag.
Ich habe 2016 mehrere Monate in Sanremo gelebt und war 2021 noch einmal dort. Meine Sanremo Tipps sind deshalb nicht nur aus einem Wochenende entstanden, sondern aus Alltag, Arbeitswegen, Spaziergängen, vielen Kaffees und der Frage, wo man eigentlich hingeht, wenn man nicht jeden Tag nur aufs Meer starren möchte. Obwohl: Auch das ist in Sanremo durchaus ein Konzept.
Dieser Artikel ist eine aktualisierte Mischung aus persönlichen Favoriten und praktischen Tipps. Restaurants, Öffnungszeiten, Märkte, Fahrradverleih und einzelne Orte können sich ändern. Prüfe konkrete Adressen deshalb vor deiner Reise noch einmal aktuell.
Sanremo Tipps kurz zusammengefasst
- Nicht verpassen: La Pigna, Meerpromenade, Radweg, Casino, Villa Nobel und Piazza Bresca.
- Für Essen & Trinken: alte Favoriten waren Manik, Ventuno, De Mattei, Caffè delle Rose und Sandrino.
- Für Ausflüge: Bussana Vecchia, Ventimiglia, Menton, Nizza oder andere Orte an der Riviera.
- Wie lange bleiben: ein Tag reicht für einen Eindruck, 2 bis 3 Tage sind entspannter.
- Mein Tipp: Nicht nur am Meer bleiben, sondern unbedingt hoch nach La Pigna laufen.

Sehenswürdigkeiten in Sanremo
Sanremo ist nicht riesig, aber genau das macht die Stadt gut für ein langes Wochenende oder einen Stopp an der Riviera. Du kannst morgens durch die Altstadt laufen, mittags ans Meer, nachmittags ein bisschen Rad fahren und abends in der Gegend rund um Piazza Bresca essen gehen.
Es ist keine Stadt, in der du eine lange Liste weltberühmter Sehenswürdigkeiten abhakst. Sanremo lebt eher von kleinen Ecken, Wegen, Ausblicken und diesem Gefühl, dass hier einmal sehr viel mehr mondäner Glanz war. Ein bisschen davon ist geblieben. Nur eben nicht immer frisch poliert.
La Pigna: Die Altstadt von Sanremo
La Pigna ist die Altstadt von Sanremo. Der Name bedeutet Tannenzapfen und passt ziemlich gut, weil sich die Gassen eng, steil und verwinkelt den Hügel hinaufziehen. Der Aufstieg lohnt sich. Unten wirkt Sanremo noch relativ normal, oben wird es plötzlich alt, eng und atmosphärisch.
Ich liebe diese Gassen, weil sie nicht glattgebügelt sind. Türen, Treppen, Wäsche, Fensterläden, kleine Plätze und immer wieder Ausblicke. Wenn du bis zur ersten Kirche hochgelaufen bist, geh ruhig noch weiter durch den Garten und hinauf zu den Aussichtspunkten. Von dort bekommst du einen schönen Blick über Stadt und Meer.
Zur Sicherheit würde ich La Pigna abends nicht unnötig allein und planlos durchstreifen. Ich hatte 2016 ein paar Situationen, die sich nicht ganz angenehm angefühlt haben. Das heißt nicht, dass du Angst haben musst. Aber wie in vielen alten Stadtvierteln gilt: tagsüber entspannt erkunden, nachts aufmerksam bleiben und auf dein Gefühl hören.



Meerpromenade und Radweg in Sanremo
Ganz klar: Sanremo liegt am Meer und genau deshalb solltest du auch ans Meer. Es gibt Strandabschnitte, kleine Häfen, Cafés und eine Promenade, die nicht so protzig ist wie die Promenade in Nizza, aber trotzdem sehr angenehm.
Besonders schön finde ich den Radweg entlang der ehemaligen Bahnstrecke. Die alte Trasse wurde zu einem breiten Fahrradweg umgebaut und führt viele Kilometer direkt am Meer entlang. Wenn du dich ein bisschen bewegen und gleichzeitig Nachbarorte sehen möchtest, ist das einer der besten Sanremo-Tipps. Ein schönes Ziel ist zum Beispiel Bussana Vecchia.

Casino, Villa Nobel und Wochenmarkt
Das Casino von Sanremo erinnert an den alten Glanz der Stadt. Es ist nicht unbedingt der Ort, an dem ich stundenlang hängen würde, aber architektonisch und historisch gehört es zu Sanremo dazu. Wenn du dich für diese etwas mondäne Riviera-Vergangenheit interessierst, schau zumindest von außen vorbei.
Auch Villa Nobel ist spannend: Alfred Nobel, Namensgeber des Nobelpreises und Erfinder des Dynamits, lebte zeitweise in Sanremo. Die Villa kannst du je nach Öffnungszeiten besichtigen. Vorher prüfen lohnt sich, denn solche Orte haben leider die Angewohnheit, genau dann geschlossen oder in Renovierung zu sein, wenn man motiviert davorsteht.
Der Wochenmarkt von Sanremo ist kleiner als der große Markt in Ventimiglia, aber trotzdem einen Abstecher wert. Traditionell findet er dienstags und samstags vormittags statt. Prüfe die aktuellen Zeiten kurz vorher, besonders an Feiertagen oder außerhalb der Saison.
Sanremo Tipps für Essen und Trinken
Meine alten Sanremo-Favoriten stammen aus der Zeit, in der ich dort gelebt habe und von meinem späteren Besuch. Ich würde sie nicht als ewige Garantie verkaufen, aber sie waren damals meine Anlaufstellen:
- Manik: Für Burger an der Piazza Eroi Sanremesi.
- Ventuno: Leider mittlerweile geschlossen, aber der Ort um Piazza Bresca ist super für Drinks und Snacks.
- De Mattei: Für Croissants an der Piazza Colombo.
- Caffè delle Rose: Leider auch geschlossen. Aber unbedingt die Augen nach kleinen Lokalen offen halten. Es war damals mein liebstes Café.
- Sandrino: Leider ebenfalls nicht mehr auffindbar. Es war das beste Eis in der Via Giacomo Matteotti. Das Black-Noir-Eis war damals sehr Nutella-nah und sehr mächtig.
Bitte prüfe aktuelle Öffnungszeiten und Bewertungen, bevor du dich quer durch die Stadt hungern möchtest. Gerade Gastronomie ändert sich schneller als man „noch ein Croissant mit Crema“ sagen kann.
Ausflüge ab Sanremo
Sanremo eignet sich gut als Basis für kleine Ausflüge an der Riviera. Besonders naheliegend ist Bussana Vecchia, ein altes Künstlerdorf oberhalb der Küste. Auch Ventimiglia lohnt sich als unterschätzter Stopp mit Altstadt und Markt.
Richtung Frankreich bist du schnell in Menton, Monaco oder Nizza. Gerade Menton passt gut, wenn du italienisch-französisches Grenzgefühl magst. Für einen größeren Citytrip findest du hier meine Nizza Tipps.
Wie viele Tage brauchst du für Sanremo?
Für Sanremo selbst reicht ein voller Tag, wenn du nur La Pigna, Meerpromenade, Casino, Markt und Essen mitnehmen möchtest. Schöner sind 2 bis 3 Tage, wenn du mit dem Fahrrad fahren, Bussana Vecchia besuchen oder einen Ausflug nach Ventimiglia beziehungsweise Menton einbauen willst.
Wenn du an der Riviera unterwegs bist, würde ich Sanremo nicht als Pflichtprogramm mit zehn Sehenswürdigkeiten sehen. Eher als angenehme Basis für ein paar langsamere Tage zwischen Italien und Frankreich.
Mein Fazit zu Sanremo
Sanremo ist für mich kein perfektes Schmuckkästchen. Genau deshalb mag ich die Stadt. Sie hat schöne Ecken, etwas verblassten Glanz, Meer, gutes Essen, eine spannende Altstadt und genug Alltag, um nicht nur Kulisse zu sein.
Wenn du an der italienischen Riviera unterwegs bist, lohnt sich Sanremo für einen Stopp oder ein paar Tage. Nicht, weil alles spektakulär ist, sondern weil die Stadt genau richtig zwischen Meer, Altstadt, Essen und Ausflügen liegt. Und manchmal ist genau das der beste Reiseplan.
FAQ zu Sanremo
Lohnt sich Sanremo?
Ja, besonders wenn du Meer, Altstadt, Essen und Ausflüge an der italienischen Riviera kombinieren möchtest. Sanremo ist weniger glamourös als manche Nachbarorte, aber gerade deshalb angenehm.
Was kann man in Sanremo machen?
Du kannst La Pigna erkunden, an der Meerpromenade spazieren, auf dem Radweg fahren, das Casino und Villa Nobel anschauen, den Wochenmarkt besuchen und rund um Piazza Bresca essen gehen.
Wie viele Tage braucht man für Sanremo?
Ein Tag reicht für die wichtigsten Eindrücke. Zwei bis drei Tage sind besser, wenn du Ausflüge nach Bussana Vecchia, Ventimiglia, Menton oder Nizza einbauen möchtest.
Ist La Pigna in Sanremo sehenswert?
Ja, La Pigna ist für mich der schönste Teil von Sanremo. Die Altstadt ist steil, verwinkelt und atmosphärisch. Tagsüber lohnt sich der Spaziergang besonders.
Welche Ausflüge lohnen sich ab Sanremo?
Ab Sanremo lohnen sich Bussana Vecchia, Ventimiglia, Menton, Monaco und Nizza. Auch der Radweg entlang der alten Bahnstrecke ist ideal für kleinere Küstenstopps.






12 Comments
Robert Oppenheimer
3 Jahren agoNur mal zur Klarstellung. Alfred Nobel hat nicht die Atombe erfunden, sondern Trinitrotoluol ( TNT). Der „Nobel Preis“ wurde nach ihm benannt. Der werthe Herr Oppenheimer ist der Vater der Atombombe. Und wenn man es noch genauer nehmen möchte, war es Otto Hahn der die Kernspaltung entdeckt hat.
Wenn man schon etwas historisches schreiben möchte, dann auch bitte ordentlich recherchiert.
Wenn das schon so schlampig recherchiert wurde, möchte ich deine Erfahrung mit San Remo doch recht kritisch hinterfragen.
Ich glaube ich muss mir doch selbst ein Bild von der Stadt machen.
Hochachtungsvoll
Ein kritischer Leser
Dorie
3 Jahren agoLieber kritischer Leser,
das ist natürlich absolut richtig und da ist mir ein Fehler unterlaufen. Spätestens seit dem diesjährigen Kino-Hit, ist das sowieso jedem klar.
Gerne auch selbst von San Remo überzeugen lassen, vor allem weil meine weiteren Beschreibungen durch meinen historischen Fehler nicht an Gültigkeit verloren haben 😉
Danke fürs aufmerksame Lesen. Bin gespannt, wie San Remo gefällt und ob es noch alles gibt.
Herzliche Grüße
Menton, Frankreich: Was Muss Man Gemacht Haben? - The Dorie Blog
5 Jahren ago[…] Altstadt von Menton erinnert stark an La Pigna in San Remo oder die Altstadt von Ventimiglia. Verwinkelte kleine Gässchen und steile Treppen führen den Berg […]
Gastbeitrag: Tonis italienischer Panettone | The Dorie Blog
6 Jahren ago[…] wird wieder ein Abstecher in die Küche gemacht und zwar italienischer Panettone! Warum? Weil meine Mitbewohnerin Sophie super bäckt und auch schreibt und wir uns dachten: Wieso nicht bei der Blogparade von Casa […]
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7 Jahren ago[…] sollte es sich nicht entgehen lassen einen kleinen Ausflug dorthin zu machen. Beispielsweise von San Remo aus lässt sich das Dorf per Bus sehr leicht […]
Der Mystery Blogger Award: Ich wurde nominiert! - The Dorie Blog
9 Jahren ago[…] Tipps für San Remo […]
20h Milano Travelguide – the dorie
9 Jahren ago[…] sei das ans Herz gelegt. Natürlich bekommt man nicht überall das gleiche. Schon während meiner Zeit in San Remo habe ich das festgestellt. Wer das gleiche genießen will wie wir, zu angenehmen Preisen, der geht […]
The Recipettes
9 Jahren agoOh so ein schöner Artikel. Danke! Liebe Grüße, Manuela
dorie
9 Jahren agoDanke dir 🙂
Reisevorbereitung Teil 3: Tipps & Tricks zu Impfungen – the dorie
10 Jahren ago[…] German) Nachdem es letzte Woche mit meinen Tips around San Remo eher ein Post war, der zum Träumen einlädt, werden wir uns heute mal wieder einem eher unbequemen […]
liebdiefotografie
10 Jahren agoEin sehr schöner Beitrag und tolle Bilder 🙂
Dippy-Dotty Girl
10 Jahren agoYour post is my introduction to San Remo. Love the look of those atmospheric alleys.