New York zu Fuß: 3 Routen durch Manhattan & Brooklyn
Eigene Reise: 2019. Route, Preise, Öffnungszeiten und Zugänglichkeit einzelner Orte bitte vor der Reise aktuell prüfen.
Riesige Hochhäuser, in deren Schluchten man sich winzig fühlt und man vor lauter Hochschauen eine Nackenstarre bekommt. Das Dröhnen einer aufregenden Stadt, die den Ruf hat, niemals zu schlafen – und bei den vielen leuchtenden Reklametafeln glaubt man dieser Aussage sofort. Und auch das ein oder andere nette Gespräch mit einem Fremden an einer roten Ampel. All diese Eindrücke gewinnt man, wenn man New York zu Fuß erkundet. So wie ich auch schon Rom zu Fuß entdeckt habe, konnte ich es mir nicht verkneifen die Stadt der weltweit meisten Millionäre ganz plump zu Fuß zu erkunden. Für New York Sightseeing braucht man nämlich eigentlich nicht viel. Nur eine Portion Motivation und gute Schuhe. Und je nach Motivationslevel habe ich euch 3 Routen für einen New York Spaziergang zusammengestellt.
New York zu Fuß: Welche Route passt zu dir?
Wenn du New York zu Fuß entdecken möchtest, würde ich die Stadt nicht unterschätzen. Manhattan sieht auf der Karte machbarer aus, als es sich nach vielen Blocks und Brückenkilometern anfühlt. Deshalb findest du hier drei Varianten: eine sehr ambitionierte Ganztagesroute, meine selbst gelaufene gemütlichere Route und eine Light-Version mit Metro oder Uber zwischendurch.
- Motivationslevel 100: sehr früh starten, sehr viel laufen, nur für volle Energie.
- Motivationslevel 70: meine realistischere Route von 2019, mit Pausen ein kompletter Tag.
- Motivationslevel 30: die Highlights mit Abkürzungen per Metro oder Uber.
Vorab: Im Großstadtdschungel Manhattans empfiehlt es sich immer, eine Offline Map auf dem Handy oder eine haptische Karte dabei zu haben. Zusätzlich würde ich bequeme Schuhe, Wasser und genug Puffer einplanen. New York zu Fuß ist großartig, aber die Distanzen sind nicht ohne.
Motivationslevel 100: New York in einem Tag zu Fuß entdecken
Dieser Spaziergang ist wirklich nur für die ganz schnellen und motivierten Läufer und es ist bis heute der Tag mit den meisten Schritten meiner Geschichte seit Schritt-Aufzeichnung (ca. 35k Schritte). Dafür habe ich dennoch den ganzen Tag gebraucht und war von 8 morgens bis 18:00 abends unterwegs (natürlich mit Pausen). Vor allem aber sollte man (im Gegensatz zu mir) wirklich früh aufbrechen – am besten zum Sonnenaufgang, um genug Zeit zu haben, die Fotospots für sich alleine zu haben und auch mal eine Pause machen zu können.
Brooklyn
Am berühmtesten Instagram-Platz von Brooklyn tummeln sich auch schon früh morgens die ersten Fotografen. Alleine ist man hier in DUMBO (Down Under Manhattan Bridge Overcross) wohl nie, aber zum Sonnenaufgang hat man wohl die besten Chancen ein ungestörtes Foto zu bekommen. Immerhin fällt man zwischen all den Posern nicht auf.
Direkt dahinter beginnt der Brooklyn Bridge Park und bietet eine atemberaubende Aussicht auf die Skyline zwischen Brooklyn und Manhattan Bridge. Auch hier lassen sich überragende Fotos schießen. Just Sayin. Der Trubel lässt auch etwas nach und man kann gemütlich in Richtung Brooklyn Bridge spazieren. Einmal die Brücke unterquert eröffnet sich dahinter das nächste Panorama: Manhattan und die Freiheitsstatue liegen entblößt vor einem und räkeln sich aufreizend in der Kulisse. What a sexy City.

Der Aufgang zur Brooklyn Bridge liegt ein wenig weiter zurückversetzt, aber der kleine Spaziergang lohnt sich. Wer davor DUMBO und den Brooklyn Bridge Park ausgelassen hat, kann hier in den frühen Morgenstunden sein Glück versuchen und sau gute Fotos schießen. Später wird es rappelvoll. Erst kommen die Menschen, die zur Arbeit wollen, danach die Touristen. Wer sich nicht schämt und gerne ansteht, kann auch um 10 Uhr vormittags noch seine Bildchen in den Kasten bekommen, aber für alle anderen ist es schon zu spät. Einfach die obligatorischen 5 Bilder machen (been there, done that) und die Aussicht genießen.

Ein bisschen Grün um die Nase
Hinter der Brooklyn Bridge eröffnet sich der Park der City Hall. Im Schatten der großen Bäume kann man kurz verschnaufen und den Straßenmusikern in der näheren Entfernung lauschen. Ein paar Blocks weiter beginnt der Hudson River Park, der an den Ufern des Hudson Rivers (duh!) verläuft und einen Blick auf Jersey freigibt. Hier begegnen einem hoch motivierte Jogger und man findet auch das ein oder andere Plätzchen, um zu verweilen. Wer möchte kann auch Zick-Zack durch SOHO laufen, dem Weggeh-Viertel von New York.

Bei Gansevoort Street abbiegen und man erreicht nicht nur das Whitney Museum of American Art, sondern auch das hintere Ende des Highline Parks. Dieser Park liegt erhöht und ist eine umgebaute ehemalige Zugstrecke, die quer durch die Hochhausschluchten und dicht an den Häusern verläuft. Bänke im begrünten Schatten und feine Architektur laden zum Spaziergang ein. Dazwischen eröffnen Lücken in der Begrünung immer wieder Blicke auf das wuselige Asphalt-Getümmel unter einem. Was für eine Ruhe man doch hier oben hat. Man kann die Strecke auch bei verschiedenen Stationen abkürzen, doch wer bis zum Ende (und das ist eigentlich der Anfang) wandert, der kommt bei einem Gebäude raus, welches an einen Zapfen erinnert und dessen bronze-scheinende Fassade sich Spiralförmig in den Himmel schraubt. Die Möglichkeit, den Zapfen für eine Aussicht zu besteigen, ist inzwischen wieder als Ticket-Erlebnis gegeben. Trotzdem stellt sich mir die Frage der Sinnhaftigkeit, liegt er doch eingeschlossen im Schwanzvergleich der umliegenden Hochhäuser. Wenn ihr Vessel sehen wollt: als Fotostopp ja, als Pflicht-Aussichtspunkt eher nicht.

Hoch hinaus
Stattdessen bietet es sich an, einen Hot Dog zu naschen und den Weg zum Times Square fortzusetzen. Dieser liegt nämlich praktischerweise auf dem Weg zum Rockefeller Center. So faszinierend die leuchtenden Reklametafeln auch sein mögen, so anstrengend ist es jedoch auch sich durch die, in die Luft starrenden, Menschenmassen zu drängen, auf Hab und Gut zu achten und bei der Reizüberflutung noch den Weg zu finden. Wer darauf keinen Wert legt, sollte einen Block früher abbiegen. So kommt man schließlich zum Bryant Park und kann von hier aus das Rockefeller Center bereits erblicken. Wer eine atemberaubende Aussicht über New York mit Blick auf das Empire State Building wünscht, der ist dort gut aufgehoben. Vorausgesetzt man mag mittlerweile deutlich mehr als 35 Dollar investieren und hat kein Problem mit Anstehen, dann kann man den Aufzug zum Top of the Rock nehmen und auf die vielleicht berühmteste Metropole der Welt herabblicken. Preise und Zeitfenster würde ich vorab prüfen.
Für alle anderen – Sparfüchse, Ungeduldige und Höhenängstler – bietet sich ein paar Blocks weiter die Rooftopbar 230 Fifth an. Hier bekommt man alles Trinkbare außer Kaffee (zu meinem Leidwesen) und kann sich mit freier Platzwahl so hin flacken, dass man auch einen schönen Blick auf das Empire State Building hat. Wenn gleich von schräg unten und nicht von schräg oben.
Einen Steinwurf entfernt liegt das Flatiron Building und der Madison Square Park. Die perfekte Kulisse für mega coole Fotos. Bei meiner Reise 2019 war es leider eingerüstet, deshalb lohnt sich vor Ort immer ein kurzer Realitätscheck: New York baut gefühlt immer irgendwo.
Der Weg führt geradeaus am Flat Iron Building vorbei und im Zickzack zurück Richtung Brooklyn Bridge. Hier durchquert man auch das wuselige China Town, was man bei der Gelegenheit dann auch gesehen hat. Der Weg endet dann mit einem Spaziergang zurück über die Brooklyn Bridge und dem Sonnenuntergang mit Blick auf die Skyline von Manhattan vom Brooklyn Bridge Park aus.

Motivationslevel 70: New York gemütlich zu Fuß
Google Maps Route: Die eingebettete Karte zeigt die etwas kürzere, aber immer noch ambitionierte Route mit DUMBO, Brooklyn Bridge, City Hall Park, Hudson River Park, Whitney Museum, High Line, 230 Fifth, Chinatown und zurück zum Brooklyn Bridge Park.
Schnelle Links zur Route
DUMBO Manhattan Bridge View · Brooklyn Bridge Park · Brooklyn Bridge · High Line · 230 Fifth Rooftop Bar
Auch hier sollte man früh aufstehen, wenn man Wert auf einige gute Fotos legt.
Auch dieser Rundgang durch New York beginnt in DUMBO (es IST einfach cool), über den Brooklyn Bridge Park und die Brooklyn Bridge. Anschließend kann man sich wieder eine kleine Pause im City Hall Park gönnen.
Dahinter geht es entweder am Wasser entlang zum High Line Park, oder – wer Energie sparen möchte – mit der Metro, dem Bus oder Uber weiter. Die Option wieder durch SOHO zu laufen, gibt es natürlich auch weiterhin. Am Ende des High Line Parks lassen wir Times Square und Rockefeller Center aus und begeben uns direkt zur Rooftop Bar und anschließend dem Flat Iron Building. Hier kann man entweder sich noch etwas zu Essen suchen oder zu Fuß über China Town und Brooklyn Bridge zum Brooklyn Bridge Park laufen. Und wenn es nicht geregnet hat, dann fotografieren sie noch heute… und zwar den Sonnenuntergang über Manhattan.

Motivationslevel 30: New York zu Fuß light
Beginnt an der Brooklyn Bridge und geht beim Abgang China Town runter. Durchquert China Town, Richtung Flat Iron Building (optional Uber oder Metro). Hier könnt ihr entweder zum Rockefeller Center oder zum Times Square. Spaziergang über die High Line und an deren Ende mit dem Uber oder der Metro zum City Hall Park mit Rückweg über Brooklyn Bridge.

Central Park und Upper East Side
Meine Route für New York zu Fuß hat jetzt nur Downtown Manhattan eingeschlossen und das ganz bewusst. New York ist so riesig, auch wenn das auf der Landkarte anders aussieht. Wer noch ein bisschen Grip an den Fußsohlen haben möchte, der sollte die Uptown mit Upper East Side inklusive Central Park für einen weiteren Tag aufheben und am besten einfach mit der Metro hinfahren. Alleine der Central Park ist so groß, dass man locker den halben Tag dort verbringen kann. Der coolste Teil liegt meiner Meinung nach aber sowieso in Downtown.




FAQ: New York zu Fuß entdecken
Kann man New York gut zu Fuß erkunden?
Ja, vor allem Downtown Manhattan, Brooklyn Bridge, DUMBO, High Line und einzelne Viertel lassen sich sehr gut zu Fuß verbinden. Für Uptown, Central Park oder lange Strecken quer durch Manhattan würde ich aber Metro, Bus oder Taxi einplanen.
Wie lange braucht man für New York zu Fuß?
Meine ambitionierte Route hat 2019 mit Pausen ungefähr von 8 Uhr morgens bis 18 Uhr abends gedauert. Die volle Route ist eher ein sehr langer Sightseeing-Tag, die Light-Version eignet sich besser, wenn du nicht den ganzen Tag laufen möchtest.
Welche Schuhe braucht man für New York?
Bequeme, eingelaufene Schuhe. New York ist keine Stadt für neue Sandalen oder schöne, aber harte Sneaker. Selbst wenn du zwischendurch Metro fährst, kommen schnell viele Kilometer zusammen.






11 Comments
Vanessa
7 Jahren agoHi Dorie,
hach, New York City – die Liebe meines Lebens. Für mich die wundervollste Stadt der Welt. Totale Nostalgie flammte auf, als ich deine Posts auf Instagram verfolgt habe. Dein Bericht hier hat erneut diese schön-schmerzhafte Sehnsucht in mir geweckt… Vermissungslevel 100. Der (oder das?!) Hudson Yards Vessel war bei meinem letzten Besuch im Dezember 2018 noch nicht fertig, ich wäre da sofort hochgestiefelt. Der Weg ist das Ziel 😀 Ich liebe Kupfer/Bronze (ich bin ein Interioropfer für alles Kupferfarbene :)), daher gefällt mir das Foto total gut. Eingerüstete Gebäude sind immer nervig, ich dachte nur, mir passiert das immer. Was hat dir denn dort in Downtown am besten gefallen?
Liebe Grüße!
Dorie
6 Jahren agoDanke, liebe Vanessa. Ich habe mich auch in New York verliebt. Zum Glück ist das eine Liebe, die man sich teilen kann 😀 Kann kaum erwarten es wieder zu sehen.
Was mir am besten gefallen hat, ist schwer zu sagen. Ich glaube ich muss nochmal hin, um dann die Eindrücke ein bisschen differenzierter wahrnehmen zu können. So war es ein einziges Wooooow.
Liebste Grüße
Sabina@OceanblueStyle
7 Jahren agoMeine liebe Dorie, ich freue mich immer, wenn ein neuer Post von dir in meiner Mailbox landet. Dann weiß ich, bei dir muss ich lssen kommen. Werde ich auch gleich mal auf meinem Travel-Board auf Pinterest teilen.
Weil meine Leserinnen ja NYC schon von vorne und hinten kennen und dein Beitrag ihnen aber eine schöne Ergänzung bietet.
Lachen muss ich immer, wenn ich mich an meine Fußmärsche erinnere: Trotz Wandersandalen taten meine Füße nach 8 Stunden so weh. Aber am nächsten Tag liefen sie fast wie von alleine weiter. That’s New York :)))
Ganz liebe Grüße von Sabina
oceanblue-style.com
Sabina@Oceanblue-Style
7 Jahren agoMeine liebe Dorie, ich freue mich immer, wenn ein neuer Post von dir in meiner Mailbox landet. Dann weiß ich, bei dir muss ich lssen kommen. Werde ich auch gleich mal auf meinem Travel-Board auf Pinterest teilen.
Weil meine Leserinnen ja NYC schon von vorne und hinten kennen und dein Beitrag ihnen aber eine schöne Ergänzung bietet.
Lachen muss ich immer, wenn ich mich an meine Fußmärsche erinnere: Trotz Wandersandalen taten meine Füße nach 8 Stunden so weh. Aber am nächsten Tag liefen sie fast wie von alleine weiter. That’s New York :)))
Ganz liebe Grüße von Sabina
oceanblue-style.com
Dorie
6 Jahren agoDanke dir du Liebe – auch fürs Teilen!
Ja, New York – man kann einfach nicht genug davon bekommen. Da vergisst man die schmerzenden Füße ganz schnell 🙂
Liebste Grüße
Isabella
7 Jahren agoHallo meine Liebe,
was für wunderschöne New York Impressionen….ich liebe diese Stadt !!!
Ganz liebe Grüße aus Stuttgart;)
Isa
http://www.label-love.eu
Dorie
7 Jahren agoDanke meine Liebe! Ja, New York ist wirklich unglaublich toll!
Liebe Grüße
Tom
7 Jahren agoWierder einmal sehr schöne Fotos und gut beschrieben.
Dorie
7 Jahren agoVielen lieben Dank!
Reni E.
7 Jahren agoJa, das mit den guten Schuhen stimmt wirklich. Ich war 8 Tage in NY und hatte mir schon nach dem 1. Tag die Füße ruiniert (bin in Chucks rumgerannt).
LG Reni
Dorie
7 Jahren agoWow, 8 Tage! Da hast du die Stadt wirklich tolle entdecken können. Es gibt ja auch so viel zu sehen!
Ja, das mit den Schuhen ist wirklich überlebenswichtig :d
Liebe Grüße