Italienischer Panettone: Rezept & Weihnachtsgeschichte aus Italien
Heute wird wieder ein Abstecher in die Küche gemacht: Es gibt italienischen Panettone. Dieser Beitrag ist ein alter Gastbeitrag von Sophie, meiner damaligen Mitbewohnerin, die wunderbar bäckt und schreibt. Ursprünglich entstand er im Rahmen einer Blogparade zu internationalem Weihnachtsessen. Und ehrlich: Für dieses Thema passt Panettone ziemlich gut.
Italien ist bei Weihnachtstraditionen nämlich nicht so eindeutig, wie man es sich von außen vielleicht vorstellt. Jede Region hat eigene Gerichte, eigene Vorlieben und eigene Familienklassiker. Panettone ist trotzdem einer dieser Weihnachtskuchen, die man sofort mit Italien verbindet: hoch, luftig, süß, mit kandierten Früchten und Rosinen. Ein bisschen Weihnachtsmarkt, ein bisschen Mailand, ein bisschen „ich hätte gern Espresso dazu“.
Italienischer Panettone: Was ist das eigentlich?
Panettone ist ein traditioneller italienischer Weihnachtskuchen aus Hefeteig. Er kommt ursprünglich aus Mailand und wird klassisch mit kandierten Orangen- und Zitronenschalen sowie Rosinen gebacken. Im Vergleich zu vielen anderen Kuchen ist Panettone eher brotig und luftig als schwer und cremig.
Wenn du also an Weihnachten mal etwas anderes als Kekse, Stollen oder Weihnachtsgans auf den Tisch stellen möchtest, ist Panettone eine schöne Idee. Er braucht etwas Zeit, aber keine Zauberei. Der Hefeteig muss gehen, ruhen und noch einmal gehen. Genau das macht ihn am Ende weich und fluffig.

Das Brot vom Toni: die Legende hinter Panettone
Von Sophie
Schließt die Augen und stellt euch folgendes vor: Stricksocken an den Füßen. Prasselnder Kamin in eurer Nähe. Kuschelige Decke. Warme Tasse Tee in den Händen. In der Luft hängt ein feiner Geruch nach Gebäck. Der Geruch wird intensiver. Knusprige Kruste, flaumiges Inneres. Das ist italienischer Panettone.
Als Dorie mich gefragt hat, ob ich Lust auf eine Blogparade zum Thema Weihnachtsessen hätte, war ich sofort Feuer und Flamme. Nach eingehender Recherche bin ich zu dem Schluss gekommen: Italien ist kompliziert. Vor allem was Weihnachtstraditionen anbelangt. Es gibt einfach kein klares Äquivalent zur klassisch deutsch-österreichischen Weihnachtsgans. Jede Region hat unterschiedliche Präferenzen: Aal, Stockfisch, Rindfleischeintopf. Und das klingt alles leider nicht ganz so nachkochenswert.
Dann hat sich mir die Rettung offenbart: in Form des in fast ganz Italien beliebten Panettone. In diesem fluffigen Hefeteig stecken kandierte Früchte, Rosinen und Pinienkerne. Weihnachtsstimmung pur, wie ich meine.
Um den berühmten Hefeteigkuchen rankt sich natürlich auch eine Legende. Ein Küchengehilfe namens Toni soll am Hof des Fürsten Ludovico il Moro einen Kuchen mit kandierten Früchten, Pinienkernen und Rosinen gebacken haben. Weil das ursprünglich geplante Dessert verbrannte, wurde dem Fürsten das „Brot vom Toni“, also Pane di Toni, serviert. Ob wahr oder erfunden: Panettone ist ein flaumig-süßer Weihnachtsklassiker.
Die Nemesis: Hefeteig
Um mich an dieses Rezept zu wagen, musste ich mich aber erst meiner Nemesis stellen: Hefeteig. So gern ich auch backe, an Hefeteig hatte ich mich einfach nie richtig herangetraut. Vermutlich, weil ich das Vorurteil hatte, dass der Teig ewig und drei Tage in der Herstellung braucht. Und weil meine Mutter mal einen Zwetschgenkuchen backen wollte, bei dem der Teig flach wie eine Flunder geblieben ist.
Um eines klarzustellen: Hefeteig braucht etwas Zeit. Aber die Warterei wird mit luftig-lockerem Gebäck belohnt, glaubt es mir.

Panettone Rezept: Zutaten
Für einen Panettone brauchst du:
- 360 g Mehl
- 120 ml Milch, lauwarm
- 1/2 Würfel frische Hefe
- 120 g Butter, geschmolzen
- 3 Eier
- 1 Packung Vanillezucker
- 60 ml Honig
- 1 Prise Salz
- 60 g kandierte Früchte, zum Beispiel Orange und Zitrone
- 60 g Rosinen, in kaltem Wasser eingeweicht
- eine Handvoll Pinienkerne
- 1 Ei und 1 EL Milch zum Bestreichen
Zubereitung: So backst du italienischen Panettone
1. Vorteig ansetzen
Am Tag, bevor ihr den Panettone servieren möchtet, beginnt ihr mit der Herstellung des Teiges. Dafür Mehl in eine große Schüssel geben, eine Mulde formen und die lauwarme Milch und die zerbröckelte Hefe hineingeben. Beides sanft miteinander verrühren und etwa 10 Minuten stehen lassen.
Das ist auch gleich der Test dafür, ob die Hefe noch frisch ist: Bilden sich kleine Bläschen, steht dem Panettone-Zauber nichts mehr im Wege. Wenn nicht, bitte mit frischer Hefe von vorne beginnen.
2. Teig kneten
In einer zweiten Schüssel geschmolzene Butter, Vanillezucker, Honig und Eier verrühren. Mehl mit Milch und Hefe-Mischung verkneten und währenddessen die Butter-Eier-Honig-Mischung nach und nach hinzugießen.
Ihr macht das entweder mit dem Knethaken eurer Küchenmaschine oder per Hand. Am besten mit einem Löffel vorarbeiten, bis sich die Zutaten verbinden. Dann kann mit der Hand weitergeknetet werden. Das macht ihr für zirka 10 Minuten. Danach kandierte Früchte, Rosinen und Pinienkerne unterkneten.
3. Teig gehen lassen
Den Teig in eine geölte Schüssel packen, mit einem Geschirrtuch abdecken und an einem warmen, luftzugfreien Ort mindestens eine Stunde gehen lassen. Ihr könnt die Schüssel entweder in den ausgeschalteten Backofen stellen, nahe der Heizung platzieren oder in eine Decke wickeln.
Danach den Teig noch einmal kneten und abgedeckt im Kühlschrank für weitere 6 Stunden oder über Nacht gehen lassen.
4. Formen und noch einmal ruhen lassen
Am Tag des Servierens den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und ihn akklimatisieren lassen. Zu einer Kugel formen und in eine 20er-Springform geben. Den Teig nochmals für 2 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen.
Zirka eine halbe Stunde vor Ende dieser letzten Gehzeit den Ofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorheizen und den Rost auf der untersten Schiene platzieren. Die Oberseite des Panettone kreuzweise einschneiden und mit einer Ei-Milch-Mischung bestreichen.
5. Panettone backen
Nun den Teig ins Backrohr schieben und für zirka 1 Stunde backen. Wenn die Oberseite zu braun wird, einfach mit Alufolie abdecken. Der Panettone ist fertig, wenn er die Stäbchenprobe besteht, also wenn ihr ein Holzstäbchen in den Teig steckt und kein Teig mehr daran kleben bleibt.
6. Auskühlen lassen und servieren
Den Kuchen in der Form auskühlen lassen und servieren. Panettone schmeckt pur, mit Butter, mit Marmelade oder einfach mit Kaffee. Und wenn etwas übrig bleibt, eignet er sich am nächsten Tag auch noch wunderbar zum Toasten.

Kann man Panettone abwandeln?
Wer kein Fan von kandierten Früchten und Rosinen ist, kann die Zutaten natürlich abwandeln. Getrocknete Mango- oder Ananasstücke machen den Panettone fruchtiger. Schokodrops passen ebenfalls gut, wenn du es weniger klassisch möchtest.
Der traditionelle Geschmack kommt aber klar von Rosinen und kandierten Zitrusschalen. Wenn du Panettone zum ersten Mal backst, würde ich ihn deshalb einmal möglichst klassisch ausprobieren und danach variieren.



Überrascht eure Lieben beim Weihnachtsfest doch mit diesem köstlich-fluffigen Panettone-Rezept und verschafft euch italienische Weihnachtsstimmung im Handumdrehen. In diesem Sinne: Buon Natale!
FAQ: Italienischer Panettone
Was ist Panettone?
Panettone ist ein italienischer Weihnachtskuchen aus luftigem Hefeteig. Klassisch enthält er Rosinen sowie kandierte Orangen- und Zitronenschalen.
Woher kommt Panettone?
Panettone stammt ursprünglich aus Mailand. Heute wird er in vielen Teilen Italiens und darüber hinaus als Weihnachtsgebäck gegessen.
Wie lange muss Panettone gehen?
Dieses Rezept plant mehrere Gehzeiten ein: zuerst etwa 1 Stunde, dann 6 Stunden oder über Nacht im Kühlschrank und am nächsten Tag noch einmal etwa 2 Stunden. Dadurch wird der Teig luftiger.
Kann man Panettone ohne Rosinen backen?
Ja. Klassisch sind Rosinen und kandierte Früchte, aber du kannst sie durch Schokodrops oder andere Trockenfrüchte ersetzen.
Wann isst man Panettone?
Panettone wird vor allem in der Weihnachtszeit gegessen. Er passt zum Advent, zum Weihnachtsfrühstück, zum Kaffee oder als süßes Mitbringsel.
Weiterlesen: Rom zu Fuß entdecken und Rom Travel Kit.






13 Comments
Kulinarischer Ausflug: Irgendwas mit Finken? - The Dorie
8 Jahren ago[…] Ps. Auch sehr gut: Unser Panettone-Rezept! […]
Italy Review Part 1: Italy in Winter – the dorie
10 Jahren ago[…] Weihnachtskuchen Panettone verkauft. Das Rezept dazu findet ihr in meinem Blog Post das Brot vom Toni. Und auch wenn die Italiener mit der Dekoration etwas später dran sind, so geben sie sich dafür […]
Mein Wort zu 2016 und für 2017 – the dorie
10 Jahren ago[…] meine derzeitige Mitbewohnerin hat richtig Einsatz gezeigt! Sie war meine erste Gastautorin mit dem Beitrag über Tonis Brot und mit ihr habe ich dadurch auch das erste Mal an einer Blogparade teilgenommen. Danke also an […]
Patty
10 Jahren agoDas klingt ja lecker. Ich wollte Panettone immer schon einmal selbst ausprobieren, aber bis jetzt bin ich noch die dazu gekommen 🙂 Deine Kreation sieht echt toll aus !
Liebe Grüße
Measlychocolate by Patty
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dorie
10 Jahren agoDanke 🙂 war auch echt lecker 🙂
Katta
10 Jahren agoNomnom, sehr lecker *_* GEfällt mir!
Allerliebste Grüße,
HOLYKATTA || INSTAGRAM || FACEBOOK
dorie
10 Jahren agoDanke 🙂
Schönes Wochenende dir!
Luba
10 Jahren agoAn der Stelle mit der „Angst vor dem Hefeteig“ musste ich kurz lachen! Ich drücke mich auch immer davor. Der Teig scheint mir einfach unmöglich zu machen, obwohl ich sehr gerne backe! Ich glaube man muss sich einfach überwinden und probieren..Sehr schön geschrieben und auf jeden Fall ein Back-Versuch wert! Als Italienisch-Studentin war mir die Geschichte neu über den Ursprung des Panettone 🙂
LG Luba
dorie
10 Jahren agoHey, danke für den netten Kommentar 🙂 ja, es war wirklich eine Überwindung, aber es hat sich gelohnt, also einfach mal versuchen 😀
Wo studierst du Italienisch?
Ganz Liebe Grüße, Sophie (&Dorie)
Julispiration
10 Jahren agoVielen Dank für dieses tolle Rezept! 🙂 Allein schon die Bilder machen mich hungrig..
Liebe Grüße an deine talentierte Mitbewohnerin Sophie und an dich, liebe Dorie <3
Juli
http://www.julispiration.com
Kathanna
10 Jahren agoMmhhhm lecker lecker ? Ich liebe alle Weihnachtsnaschereien! Habt ihr schön gemacht ?
xxx, Rina
https://darlingrina.wordpress.com
dorie
10 Jahren agoDanke dir 🙂
[Blogparade] Weihnachten international – Genuss & Tradition | Casa Selvanegra
10 Jahren ago[…] ITALIEN vertreten durch Dorie vom Blog TheDorie.com mit Italienischer Weihnachtsbäckerei: Tonis Panettone […]