Aktualisiert August 2026. Ursprünglicher Beitrag veröffentlicht 2016.

Heute wird wieder ein Abstecher in die Küche gemacht: Es gibt italienischen Panettone. Dieser Beitrag ist ein alter Gastbeitrag von Sophie, meiner damaligen Mitbewohnerin, die wunderbar bäckt und schreibt. Ursprünglich entstand er im Rahmen einer Blogparade zu internationalem Weihnachtsessen. Und ehrlich: Für dieses Thema passt Panettone ziemlich gut.

Italien ist bei Weihnachtstraditionen nämlich nicht so eindeutig, wie man es sich von außen vielleicht vorstellt. Jede Region hat eigene Gerichte, eigene Vorlieben und eigene Familienklassiker. Panettone ist trotzdem einer dieser Weihnachtskuchen, die man sofort mit Italien verbindet: hoch, luftig, süß, mit kandierten Früchten und Rosinen. Ein bisschen Weihnachtsmarkt, ein bisschen Mailand, ein bisschen „ich hätte gern Espresso dazu“.

Italienischer Panettone: Was ist das eigentlich?

Panettone ist ein traditioneller italienischer Weihnachtskuchen aus Hefeteig. Er kommt ursprünglich aus Mailand und wird klassisch mit kandierten Orangen- und Zitronenschalen sowie Rosinen gebacken. Im Vergleich zu vielen anderen Kuchen ist Panettone eher brotig und luftig als schwer und cremig.

Wenn du also an Weihnachten mal etwas anderes als Kekse, Stollen oder Weihnachtsgans auf den Tisch stellen möchtest, ist Panettone eine schöne Idee. Er braucht etwas Zeit, aber keine Zauberei. Der Hefeteig muss gehen, ruhen und noch einmal gehen. Genau das macht ihn am Ende weich und fluffig.

Italienischer Panettone im Gegenlicht

Das Brot vom Toni: die Legende hinter Panettone

Von Sophie

Schließt die Augen und stellt euch folgendes vor: Stricksocken an den Füßen. Prasselnder Kamin in eurer Nähe. Kuschelige Decke. Warme Tasse Tee in den Händen. In der Luft hängt ein feiner Geruch nach Gebäck. Der Geruch wird intensiver. Knusprige Kruste, flaumiges Inneres. Das ist italienischer Panettone.

Als Dorie mich gefragt hat, ob ich Lust auf eine Blogparade zum Thema Weihnachtsessen hätte, war ich sofort Feuer und Flamme. Nach eingehender Recherche bin ich zu dem Schluss gekommen: Italien ist kompliziert. Vor allem was Weihnachtstraditionen anbelangt. Es gibt einfach kein klares Äquivalent zur klassisch deutsch-österreichischen Weihnachtsgans. Jede Region hat unterschiedliche Präferenzen: Aal, Stockfisch, Rindfleischeintopf. Und das klingt alles leider nicht ganz so nachkochenswert.

Dann hat sich mir die Rettung offenbart: in Form des in fast ganz Italien beliebten Panettone. In diesem fluffigen Hefeteig stecken kandierte Früchte, Rosinen und Pinienkerne. Weihnachtsstimmung pur, wie ich meine.

Um den berühmten Hefeteigkuchen rankt sich natürlich auch eine Legende. Ein Küchengehilfe namens Toni soll am Hof des Fürsten Ludovico il Moro einen Kuchen mit kandierten Früchten, Pinienkernen und Rosinen gebacken haben. Weil das ursprünglich geplante Dessert verbrannte, wurde dem Fürsten das „Brot vom Toni“, also Pane di Toni, serviert. Ob wahr oder erfunden: Panettone ist ein flaumig-süßer Weihnachtsklassiker.

Die Nemesis: Hefeteig

Um mich an dieses Rezept zu wagen, musste ich mich aber erst meiner Nemesis stellen: Hefeteig. So gern ich auch backe, an Hefeteig hatte ich mich einfach nie richtig herangetraut. Vermutlich, weil ich das Vorurteil hatte, dass der Teig ewig und drei Tage in der Herstellung braucht. Und weil meine Mutter mal einen Zwetschgenkuchen backen wollte, bei dem der Teig flach wie eine Flunder geblieben ist.

Um eines klarzustellen: Hefeteig braucht etwas Zeit. Aber die Warterei wird mit luftig-lockerem Gebäck belohnt, glaubt es mir.

Nahaufnahme von fluffigem Panettone mit kandierten Früchten

Panettone Rezept: Zutaten

Für einen Panettone brauchst du:

  • 360 g Mehl
  • 120 ml Milch, lauwarm
  • 1/2 Würfel frische Hefe
  • 120 g Butter, geschmolzen
  • 3 Eier
  • 1 Packung Vanillezucker
  • 60 ml Honig
  • 1 Prise Salz
  • 60 g kandierte Früchte, zum Beispiel Orange und Zitrone
  • 60 g Rosinen, in kaltem Wasser eingeweicht
  • eine Handvoll Pinienkerne
  • 1 Ei und 1 EL Milch zum Bestreichen

Zubereitung: So backst du italienischen Panettone

1. Vorteig ansetzen

Am Tag, bevor ihr den Panettone servieren möchtet, beginnt ihr mit der Herstellung des Teiges. Dafür Mehl in eine große Schüssel geben, eine Mulde formen und die lauwarme Milch und die zerbröckelte Hefe hineingeben. Beides sanft miteinander verrühren und etwa 10 Minuten stehen lassen.

Das ist auch gleich der Test dafür, ob die Hefe noch frisch ist: Bilden sich kleine Bläschen, steht dem Panettone-Zauber nichts mehr im Wege. Wenn nicht, bitte mit frischer Hefe von vorne beginnen.

2. Teig kneten

In einer zweiten Schüssel geschmolzene Butter, Vanillezucker, Honig und Eier verrühren. Mehl mit Milch und Hefe-Mischung verkneten und währenddessen die Butter-Eier-Honig-Mischung nach und nach hinzugießen.

Ihr macht das entweder mit dem Knethaken eurer Küchenmaschine oder per Hand. Am besten mit einem Löffel vorarbeiten, bis sich die Zutaten verbinden. Dann kann mit der Hand weitergeknetet werden. Das macht ihr für zirka 10 Minuten. Danach kandierte Früchte, Rosinen und Pinienkerne unterkneten.

3. Teig gehen lassen

Den Teig in eine geölte Schüssel packen, mit einem Geschirrtuch abdecken und an einem warmen, luftzugfreien Ort mindestens eine Stunde gehen lassen. Ihr könnt die Schüssel entweder in den ausgeschalteten Backofen stellen, nahe der Heizung platzieren oder in eine Decke wickeln.

Danach den Teig noch einmal kneten und abgedeckt im Kühlschrank für weitere 6 Stunden oder über Nacht gehen lassen.

4. Formen und noch einmal ruhen lassen

Am Tag des Servierens den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und ihn akklimatisieren lassen. Zu einer Kugel formen und in eine 20er-Springform geben. Den Teig nochmals für 2 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen.

Zirka eine halbe Stunde vor Ende dieser letzten Gehzeit den Ofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorheizen und den Rost auf der untersten Schiene platzieren. Die Oberseite des Panettone kreuzweise einschneiden und mit einer Ei-Milch-Mischung bestreichen.

5. Panettone backen

Nun den Teig ins Backrohr schieben und für zirka 1 Stunde backen. Wenn die Oberseite zu braun wird, einfach mit Alufolie abdecken. Der Panettone ist fertig, wenn er die Stäbchenprobe besteht, also wenn ihr ein Holzstäbchen in den Teig steckt und kein Teig mehr daran kleben bleibt.

6. Auskühlen lassen und servieren

Den Kuchen in der Form auskühlen lassen und servieren. Panettone schmeckt pur, mit Butter, mit Marmelade oder einfach mit Kaffee. Und wenn etwas übrig bleibt, eignet er sich am nächsten Tag auch noch wunderbar zum Toasten.

Fertiger italienischer Panettone auf dem Tisch

Kann man Panettone abwandeln?

Wer kein Fan von kandierten Früchten und Rosinen ist, kann die Zutaten natürlich abwandeln. Getrocknete Mango- oder Ananasstücke machen den Panettone fruchtiger. Schokodrops passen ebenfalls gut, wenn du es weniger klassisch möchtest.

Der traditionelle Geschmack kommt aber klar von Rosinen und kandierten Zitrusschalen. Wenn du Panettone zum ersten Mal backst, würde ich ihn deshalb einmal möglichst klassisch ausprobieren und danach variieren.

Panettone Scheibe mit luftigem Hefeteig
Panettone von oben mit gebräunter Kruste
Italienischer Panettone als Weihnachtskuchen

Überrascht eure Lieben beim Weihnachtsfest doch mit diesem köstlich-fluffigen Panettone-Rezept und verschafft euch italienische Weihnachtsstimmung im Handumdrehen. In diesem Sinne: Buon Natale!

FAQ: Italienischer Panettone

Was ist Panettone?

Panettone ist ein italienischer Weihnachtskuchen aus luftigem Hefeteig. Klassisch enthält er Rosinen sowie kandierte Orangen- und Zitronenschalen.

Woher kommt Panettone?

Panettone stammt ursprünglich aus Mailand. Heute wird er in vielen Teilen Italiens und darüber hinaus als Weihnachtsgebäck gegessen.

Wie lange muss Panettone gehen?

Dieses Rezept plant mehrere Gehzeiten ein: zuerst etwa 1 Stunde, dann 6 Stunden oder über Nacht im Kühlschrank und am nächsten Tag noch einmal etwa 2 Stunden. Dadurch wird der Teig luftiger.

Kann man Panettone ohne Rosinen backen?

Ja. Klassisch sind Rosinen und kandierte Früchte, aber du kannst sie durch Schokodrops oder andere Trockenfrüchte ersetzen.

Wann isst man Panettone?

Panettone wird vor allem in der Weihnachtszeit gegessen. Er passt zum Advent, zum Weihnachtsfrühstück, zum Kaffee oder als süßes Mitbringsel.

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