Reisevorbereitung Teil 3: Tipps & Tricks zu Impfungen

(Only German)
Nachdem es letzte Woche mit meinen Tips around San Remo eher ein Post war, der zum Träumen einlädt, werden wir uns heute mal wieder einem eher unbequemen Thema widmen. Also vielleicht steht der ein oder andere ja darauf, aber ich denke die meisten reißen sich nicht gerade darum: Impfungen.

Jetzt könnte man sagen, dass Impfungen nur für die relevant sind, die in Regionen weiter weg fahren, die nicht so entwickelt sind oder allgemein in die Tropen. Aber sind wir doch mal ehrlich: wann habt ihr das letzte Mal in den Impfpass geschaut?

Warum Impfungen wichtig sind

Egal wie viele Top-Versicherungen ihr abgeschlossen habt (zu den Versicherungstipps) – es gibt einfach Krankheiten, bei denen eine Schutzimpfung unerlässlich ist. Entweder weil danach eine Impfung nichts mehr bringt oder die Behandlung der Krankheit viel langwieriger oder unmöglich ist. Deswegen empfehle ich auch den Spritzenphobikern unter euch: Beißt die Zähne zusammen und schaut in den Impfpass. Denn auch, wenn ihr in Europa bleibt: es gibt Krankheiten, die lauern überall!

Welche Impfungen man immer haben sollte

Sicher haben die meisten von euch die ganzen Standard-Impfungen schon als Kinder erhalten und sind deswegen sowieso weitestgehend geschützt. Aber je nachdem, wann man geboren wurde oder bei welchem Arzt und Versicherung man ist, kann es Abweichungen geben. Mein Freund zum Beispiel hat schon als Kind eine Kombinationsimpfung gegen Hepatitis A und B bekommen. Ich bin erst letztes Jahr darauf gekommen, dass ich nie gegen Hepatitis B geimpft wurde. Bin davor aber schon fleißig in der Weltgeschichte unterwegs gewesen. UUUUPS! Auch meine Hepatitis A Impfung hätte schon seit Längerem einer Auffrischung bedurft, die ich ebenfalls gekonnt ignoriert habe. Und meine Ärztin bei der ersten Beratung auch, da die meisten davon ausgehen, dass man solche Impfungen bereits hat. Wenn ihr also zum Arzt geht und euch bezüglich Reiseimpfungen erkundigt – was ich übrigens sehr empfehle – dann verlasst euch nicht darauf, dass der Arzt wirklich alles auf dem Radar hat. Dieser ist schließlich kein Tropenmediziner und überlegt nur, was man so abdecken könnte. Dazu aber später mehr.

Es lohnt sich folglich einfach mal selbst den Impfpass in die Hand zu nehmen und eure Impfungen zu checken. Eine gute Auflistung der empfohlenen Impfungen findet ihr bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Ich erlaube mir ein laienhaftes Urteil und sage, dass ihr neben der Hepatitis A und B Impfung euch noch erkundigen solltet, ob eure Tetanus (Wundstarrkrampf) Impfung noch frisch ist. Und in Anbetracht der weltweiten Zeckengefahr ist auch diese Impfung nicht übel.

Welche ihr als nötig betrachtet, bleibt letzten Endes natürlich euch überlassen. Alles würde ich mir auch nicht reinpumpen.

Wann es übertrieben wird

Lasst ihr euch beraten, von wem auch immer, im Internet oder persönlich, dann will diese Person oder dieses Institut natürlich auf Nummer sichergehen. Das bedeutet, dass euch auch Impfungen ans Herz gelegt werden, die ihr vielleicht gar nicht benötigt. Ein gutes Beispiel wäre dabei die Tollwut-Impfung: Von Instituten empfohlen für den asiatischen Raum. Meine Hausärztin ist aber lustiger Weise gebürtige Vietnamesin. Als ich sie bezüglich meines letztjährigen Urlaubes nach Vietnam und Laos zwecks der Tollwutimpfung befragte, meinte sie: „Nee, in Vietnam bekommst du die überall und wenn du in Laos gebissen wirst, hast du immer noch genug Zeit nach Vietnam zu fahren und sie dir zu holen“. Klar, das Risiko muss man mögen. Aber ich bin es bisher eingegangen. Seid ihr in Regionen, aus denen ihr schlecht wegkommt, oder es weit und breit keinen Impfstoff gibt, dann tut ihr natürlich gut daran, euch impfen zu lassen.

Auch eure geplanten Aktivitäten spielen eine Rolle. So wurde uns vor unserer Thailand-Reise eine Impfung gegen Japanische Enzephalitis empfohlen. Zu diesem Zeitpunkt (leider hat sich das mittlerweile aber geändert) wurde diese Form der Hirnhautentzündung – gegen welche die hiesige FSME-Impfung nicht wirkt – nur in ländlichen Gebieten mit viel Schweinen durch Zecken übertragen. Die Frage meiner Ärztin damals war also „Habt ihr vor zwischen Schweinen zu schlafen? Wenn nein, braucht ihr’s nicht“. Leider hat sich auch diese Krankheit mittlerweile ausgebreitet und ist nun auch durch Mücken übertragbar. Yippie, Ya, Yey Schweinebacke! Geimpft dagegen bin ich immer noch nicht, ich meide aber Schweine. Und gegen Mücken sollte man sich sowieso schützen.

Ihr seht also, dass schon wieder alles eine Ermessenssache ist, genauso wie bei den Versicherungen. Um euch die Entscheidung etwas zu erleichtern, habe ich noch ein paar kleine Tipps für euch zusammengestellt:

Tipps zum Impfen

Meine erste Anlaufstelle ist immer das Auswärtige Amt. Die sind Up-To-Date und man kann sich darauf verlassen, dass die Informationen stimmen. Außerdem haben sie eine schier unbegrenzte Liste an Ländern. Fehlt überhaupt eins? Ich glaube nicht, wäre auch peinlich 😀

Vor meiner ersten Reise nach Thailand, habe ich auch dem Tropeninstitut einen Besuch abgestattet. Wollt ihr in tropische Gebiete, sind die natürlich Top-informiert und kennen alle Tücken und Gefahren des jeweiligen Landes. ABER: wie oben bereits erwähnt, sichern sie sich natürlich ab und empfehlen daher jede kleine Futzl-Impfung. Meine Empfehlung daher an euch: Wenn es eure erste Reise ist, schadet ein Besuch beim Tropeninstitut nicht. Notiert euch die empfohlenen Impfungen, aber haut sie euch nicht gleich im blinden Vertrauen ins Bein, sondern kontaktiert danach eure Hausärztin oder Arzt und besprecht die einzelnen Impfungen mit ihr oder ihm durch.

Faustregel: Überschneidungen zwischen Tropenmediziner und Hausarzt auf jeden Fall impfen lassen.

Bei allen anderen abwägen und auch einfach auf euer Bauchgefühl hören. Lasst ihr euch alles impfen, kann das schnell teuer werden.

Und da kommt ein geldwerter Tipp ins Spiel (Danke Papa): Erkundigt euch unbedingt, ob eure Krankenversicherung eine Reiseschutzimpfungspauschale (Wow, in der deutschen Sprache kann man wirklich alles zu einem langen Nomen aneinanderreihen) anbietet. Meine tut das und so kann ich rund 100 Euro im Jahr an Vorsorge-Impfungen geltend machen. Das ist prima, denn Impfungen sind leider verdammt teuer und ihr müsst alles selbst vorstrecken. Grundsätzlich sollte das Geld aber da keine Rolle spielen, denn selbst wenn sich der Pieks wie rausgeschmissenes Geld anfühlt: Stellt euch vor, wie sich die Krankheit anfühlt. Und wenn ihr schon bei den Impfungen sparen müsst, solltet ihr euch die Frage stellen, ob ihr überhaupt das Geld für die Reise zusammen habt. Klar ist: Safety First.

Ein kleiner, letzter Tipp, für die Spritzen-Phobiker unter euch: Fragt unbedingt den Arzt, ob es die Impfung auch als Schluckimpfung gibt. Ihr werdet wahrscheinlich um den ein oder anderen Stich nicht rumkommen, aber vielleicht ist es dann einer weniger. Tetanus gab es zum Beispiel auch als Schluckimpfung. Hält dann nicht so lange, ist aber schmerzfrei.

Und zu guter Letzt kann man sagen: Stich ist Trumpf. Haha 😀

Love ♥ Eure Dorie

Ps. Hier gelangt ihr zu Teil 1 der Reisevorbereitungen

0 Gedanken zu &8222;Reisevorbereitung Teil 3: Tipps & Tricks zu Impfungen&8220;

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.