Italienische Weihnachtsbäckerei: Tonis Panettone.

Heute wird wieder ein Abstecher in die Küche gemacht und es gibt Panetone! Warum? Weil meine Mitbewohnerin Sophie super bäckt (ich bin da eher untalentiert) und auch schreibt und wir uns dachten: Wieso nicht bei der Blogparade von Casa Selvanegra: Weihnachten international mitmachen? Da diese köstliche Meisterleistung allein Sophies Zauberkünsten entsprang, hat sie auch den dazugehörigen Text geschrieben. Also lehnt euch zurück und taucht ein in die italienische Weihnachtsbäckerei.

Pssst! Am Ende dieses Postes wird übrigens der Gewinner meines Gewinnspieles von letztem Sonntag bekannt gegeben! 😉

Das Brot vom Toni oder: der italienische Weihnachtsklassiker Panettone

Von Sophie
Schließt die Augen und stellt euch folgendes vor:  Stricksocken an den Füßen. Prasselnder Kamin in eurer Nähe. Kuschelige Decke. Warme Tasse Tee in den Händen. In der Luft hängt ein feiner Geruch nach Gebäck. Der Geruch wird intensiver. Knusprige Kruste, flaumiges Inneres. Das ist Panettone.
Als Dorie mich gefragt hat, ob ich Lust auf eine Blogparade zum Thema Weihnachtsessen hätte, war ich sofort Feuer und Flamme! Ich liebe nämlich gutes Essen und die italienische Küche. Die perfekte Kombination, nicht wahr?! Nach der anfänglichen Euphorie kam aber die Verunsicherung: Was koch ich bloss? Nach eingehender Recherche bin ich zu dem Schluss gekommen: Italien ist kompliziert. Vor allem was Weihnachtstraditionen anbelangt. Es gibt einfach kein Äquivalent zur klassisch deutsch-österreichischen Weihnachtsgans. Jede Region hat unterschiedliche Präferenzen: Aal, Stockfisch, Rindfleischeintopf. Und das klingt alles leider nicht so nachkochenswert. Beziehungsweise bräuchte ich dafür Übung. Oder das bewährte Rezept einer italienischen Nonna.

Panettone Gegenlicht

Doch dann hat sich mir die Rettung offenbart.

Und zwar in Form des in fast ganz Italien beliebten Panettones! Die Italiener haben es eigentlich nicht so mit Kuchen und Keksen. Meistens handelt es sich dabei um eine bröselig-trockene Angelegenheit. Nicht so bei Panettone: In diesem fluffigen Hefeteig stecken kandierte Früchte, Rosinen und Pinienkerne – Weihnachtsstimmung pur, wie ich meine.

Um den berühmten Hefeteigkuchen Panettone rankt sich (natürlich) eine Legende.

Ein Küchengehilfe (sein Name: Toni)  am Hof des Fürstens Ludovico il Moro hat einen Kuchen mit kandierten Früchte, Pinienkernen und Rosinen fabriziert. Und da seinem Chef der als Dessert gedachte Kuchen im Ofen verkokelt ist, wurde dem Fürsten das „Brot vom Toni“ (Pane di Toni) am Weihnachtsbankett serviert. Da es ihm so gut geschmeckt hat, wurde der Kuchen auch sofort italienweit zum beliebten Weihnachtsdessert. Naja, ob wahr oder erfunden, eines ist auf jeden Fall sicher, dieser Panettone ist ein flaumig-süßer Gaumenschmaus!

Die Nemesis: Hefeteig

Um mich an dieses Rezept zu wagen, musste ich mich aber erst meiner Nemesis stellen: Hefeteig. So gern ich auch backe, an Hefeteig hab ich mich einfach nie rangetraut. Liegt vermutlich daran, dass ich bisher das Vorurteil hatte, dass der Teig ewig und drei Tage in der Herstellung braucht. Und weil meine Mutter mal einen Zwetschgenkuchen backen wollte, bei dem der Teig aber flach wie eine Flunder geblieben ist. Um eines klar zu stellen: Hefeteig braucht etwas Zeit. Aber die Warterei wird mit luftig-lockerem Gebäck belohnt werden, glaubt es mir!

Panettone Nahaufnahme

Aber genug der Gschichtln, hier ist das Rezept für den italienischen Weihnachtsklassiker:  

  • 360 g Mehl
  • 120 ml Milch, lauwarm (47°C)
  • 1/2 Würfel frische Hefe
  • 120 g Butter, geschmolzen
  • 3 Eier
  • 1 Packung Vanillezucker
  • 60 ml Honig
  • 1 Prise Salz
  • 60 g kandierte Früchte (Orange, Zitrone)
  • 60 g Rosinen, in kaltem Wasser eingeweicht
  • eine Handvoll Pinienkerne
  • 1 Ei und 1 EL Milch, zum Bestreichen

1. Am Tag, bevor ihr den Panettone servieren möchtet, beginnt ihr mit der Herstellung des Teiges. Dafür Mehl in eine große Schüssel geben, eine Mulde formen und die lauwarme Milch und die zerbröckelte Hefe hineingeben. Beides sanft miteinander verrühren und etwa 10 Minuten stehen lassen. Das ist auch gleich der Test dafür, ob die Hefe noch frisch ist: Bilden sich kleine Bläschen, steht dem Panettone-Zauber nichts mehr im Wege! Wenn nicht, bitte mit frischer Hefe von vorne beginnen.
2. In einer zweiten Schüssel geschmolzene Butter, Vanillezucker, Honig und Eier verrühren. Mehl mit Milch und Hefe-Mischung verkneten und währenddessen die Butter-Eier-Honig-Mischung nach und nach hinzugießen. Ihr macht das entweder mit dem Knethaken eurer Küchenmaschine oder per Hand: Dazu am besten mit einem Löffel vorarbeiten, bis sich die Zutaten beginnen zu verbinden. Dann kann einfach mit der Hand weitergeknetet werden und es klebt nichts an euren Händen. Das macht ihr für zirka 10 Minuten. Danach die kandierten Früchte, Rosinen und Pinienkerne unterkneten.
3. Den Teig in eine geölte Schüssel packen, mit einem Geschirrtuch abdecken und an einem warmen, luftzugfreien Ort für mindestens eine Stunde gehen lassen. Ihr könnt die Schüssel entweder in den ausgeschalteten Backofen stellen, nahe der Heizung platzieren oder in eine Decke wickeln.
Danach den Teig noch einmal kneten und abgedeckt im Kühlschrank für weitere 6 Stunden (oder über Nacht) gehen lassen.

4. Am Tag des Servierens den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und ihn akklimatiseren lassen. Zu einer Kugel formen und in eine 20er-Springform geben. Den Teig nun nochmals für 2 Stunden an einem warmen Ort gehen lassen.
Zirka eine halbe Stunde vor Ende dieser letzten Gehzeit den Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen und den Rost auf der untersten Schiene platzieren.
Die Oberseite des Panettone kreuzweise einschneiden und mit einer Ei-Milch-Mixtur bestreichen.

5. Nun den Teig ins Backrohr schieben und für zirka 1 Stunde backen. Wenn die Oberseite zu braun wird, einfach mit Alufolie abdecken. Der Panettone ist fertig, wenn er die Stäbchenprobe besteht, also wenn ihr ein Holzstäbchen in den Teig steckt und kein Teig mehr dran kleben bleibt.

6. Den Kuchen in der Form auskühlen lassen und servieren!

Italian Panettone

Wer kein Fan von kandierten Früchten und Rosinen ist, kann die Zutaten natürlich auch abwandeln: Wie wäre es mit einem exotischen Panettone mit getrockneten Mango- und Ananasstückchen? Auch Schokodrops machen sich bestimmt gut in diesem Rezept!
Überrascht eure Lieben beim Weihnachtsfest doch mit diesem köstlich-fluffigen Panettone-Rezept und verschafft euch italienische Weihnachtsstimmung im Handumdrehen. In diesem Sinne: Buon natale!

Eure Sophie.

Panettone

Panettone oben

Panettone

Yummy yummy, ich muss sagen, es hat gemundet! Wie hat euch das gefallen? Findet ihr, Sophie sollte öfter mal Gastbeiträge schreiben? Dann lasst es uns wissen 🙂

Und natürlich gibt es jetzt wie versprochen den Gewinner bzw. die Gewinnerin meines kleinen Vorweihnachts-Gewinnspieles! Danke an alle Teilnehmer! Auf Snapchat (thedorie) könnt ihr übrigens die Auslosung sehen 🙂

And the Winner is… Reni von Reni’s Odds and Sods.

Herzlichen Glükwunsch! Du kannst dir ein Tshirt deiner Wahl aus dem Likoli-Onlineshop aussuchen. Schreib mir dann einfach eine Email mit dem gewünschten Modell, Größe und Adresse und Kater Likoli schickt es dir zu 🙂

Frohen 2. Advent ihr Lieben!

Love ♥ Eure Dorie

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0 Gedanken zu &8222;Italienische Weihnachtsbäckerei: Tonis Panettone.&8220;

  1. An der Stelle mit der „Angst vor dem Hefeteig“ musste ich kurz lachen! Ich drücke mich auch immer davor. Der Teig scheint mir einfach unmöglich zu machen, obwohl ich sehr gerne backe! Ich glaube man muss sich einfach überwinden und probieren..Sehr schön geschrieben und auf jeden Fall ein Back-Versuch wert! Als Italienisch-Studentin war mir die Geschichte neu über den Ursprung des Panettone 🙂

    LG Luba

    1. Hey, danke für den netten Kommentar 🙂 ja, es war wirklich eine Überwindung, aber es hat sich gelohnt, also einfach mal versuchen 😀
      Wo studierst du Italienisch?
      Ganz Liebe Grüße, Sophie (&Dorie)

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